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E-world Special Innovation Klimaschutz
Frische Ideen zur Energiewende
Solar auf begrünten Dächern, Power-to-Gas-Verfahren oder genauere Windprognosen – so präsentieren sich Start-Ups auf der E-world

Auf der E-world in Essen hat sich auch im Jahr 2020 das „Who is Who“ der Energiebranche getroffen. Und wieder ist in Messehalle 4 alles ein paar Nummern kleiner gewesen. Statt riesigen und aufwendig gebauten Ständen mit kulinarischen Besonderheiten und hochwertigen Kaffeeangeboten, findet sich hier meist nicht viel mehr als das Nötigste: Stühle, Tische, ein paar Aufsteller und Bildschirme zur Präsentation.

Die einfache Einrichtung ist begründet: Start-Ups, kleinere Unternehmen oder Forschungseinrichtungen präsentieren in dieser Halle ihre Produkte und Ideen, die teilweise noch in der Entwicklung stecken. Dabei sind die Themenfelder der oftmals jungen Aussteller vielfältig: Die einen kombinieren Dachbegrünung mit Photovoltaik, andere arbeiten an genauen Prognosen für die Windstromerzeugung, und dritte entwickeln Verfahren, mit denen Ökostrom in Methan umgewandelt werden kann.

Das Team von en:former war vor Ort und sprach mit Gründern und Mitarbeitern. Drei Startups und deren spannende Projekte stellen wir vor.

Contec Deutschland GmbH, Marcel Jastram (Geschäftsführer)

Das Schweizer Startup Contec spezialisiert sich auf Flachdachbegrünung besonders in Kombination mit Photovoltaikanlagen.

Wie funktioniert die Technologie?

Marcel Jastram

Unser Unternehmen kümmert sich unter anderem um die Begrünung von Flachdächern, gerade bei Neubauten sind Gründächer immer häufiger gesetzlich vorgeschrieben. Vor einigen Jahren sind wir dann auf die Idee gekommen: Warum nicht Dachbegrünung mit Photovoltaik kombinieren? Zu diesem Zweck haben wir das System Contec.greenlight, auch EnergieGrünDach genannt, entwickelt. Unsere Unterkonstruktion liefert dabei die Basis, um diese Kombination überhaupt zu ermöglichen. Die Photovoltaikmodule werden in ca. 30 Zentimeter Höhe montiert. Dadurch kann die Dachbegrünung auch unter den Modulen wachsen und liegt nicht komplett im Schatten. Darüber hinaus werden spezielle Pflanzen eingesetzt, die mit wenig direktem Sonnenlicht auskommen und dazu noch hellblättrig sind, um das Licht wieder zu reflektieren.

Was bringt es?

Marcel Jastram

Viele Flachdächer müssen aufgrund von Vorschriften begrünt werden. Da wir diese Fläche zusätzlich auch für die Photovoltaik nutzen, können wir den Ausbau der Erneuerbaren voranbringen. Und wenn wir das Thema dezentrale Energieversorgung betrachten, können wir auf jedem kleinen Einfamilienhaus oder jedem Flachdachgebäude durch die Absorption der Pflanzen einen höheren Energieertrag generieren. Bei der Kombination von Gründach und PV-Anlage gibt es viele weitere Vorteile: Neben der Kühlung und dem daraus resultierenden höheren Wirkungsgrad schaffen wir durch das EnergieGrünDach zusätzliche Biodiversität und neuen Lebensraum für Insekten und Pflanzen. Dieser schwindet vor allem durch die zunehmende Stadtbebauung rasant. Die Dachbegrünung bindet zusätzlich noch CO2 und wirkt dem Klimawandel somit entgegen.

Wie wird die Technik bisher eingesetzt?

Marcel Jastram

Wir setzen diese Technologie bereits seit fünf Jahren ein. Zu unseren größeren Kunden gehörten beispielsweise die Schwarz-Gruppe. Im vergangenen Jahr haben wir zudem das Dach des weltgrößten Single-Outlets (Hugo Boss, Metzingen) bestücken dürfen und mehr als 100.000 Einheiten europaweit vertrieben.

Was soll in der Zukunt passieren?

Marcel Jastram

Wir sind dabei unser bestehendes Produktportfolio auszubauen und uns richtig auf dem Markt zu etablieren.

Wer steckt dahinter?

Marcel Jastram

Die Contec AG aus der Schweiz ist unser Mutterkonzern mit dem Kerngeschäft vorkonfektionierte Abdichtungen aus EPDM. In der Schweiz sind wir bereits Marktführer in diesem Bereich. Seit fünf Jahren sind wir mit einer 100%-igen Tochtergesellschaft in Deutschland präsent.

Wie kann eure Idee / Projekt / Technologie die Energiewende vorantreiben und woher rührt eure persönliche Motivation einen Beitrag dazu zu leisten?

Marcel Jastram

Unser Ziel ist es, jedes Dach zu begrünen. Wenn wir dann auch noch PV-Anlagen mit unseren Gründächern zusammenbringen können, dann sind wir richtig angekommen. Das übergeordnete Ziel ist es, der Natur Fläche zurückzugeben und dabei auch noch regenerative Energie zu erzeugen. In naher Zukunft wollen wir sagen können: „Zwar wird eine Fläche von 100 Fußballplätzen am Tag in Deutschland versiegelt, aber wir begrünen eine Fläche von 50 Fußballplätzen und diese Flächen werden dann noch zur umweltfreundlichen Energieerzeugung durch unser EnergieGrünDach genutzt“.

Enfor, Mikkel Westenholz (Managing Director)
Enfor ist ein dänisches Startup, das sich auf Energieprognose und -optimierung für den Energiesektor spezialisiert.

Wie funktioniert die Technologie?

Mikkel Westenholz

Enfor ist ein webbasiertes Softwaretool, das auf verschiedenen Plattformen laufen kann. Kunden sind in den meisten Fällen Windpark- oder Photovoltaikanlagenbetreiber, aber auch Stadtwerke, die sich um die Wärmeversorgung kümmern. Unsere Grundidee ist es, möglichst präzise und zuverlässige Vorhersagen und Prognosen in den Bereichen Wind, Wärme sowie Fernwärme zu liefern. Dazu nutzen wir Wetterdaten und Informationen aus vielen verschiedenen Quellen. Bei der Anwendung verlassen wir uns im Rahmen von Machine Learning vor allem auf intelligente Algorithmen, um möglichst zuverlässige Zukunftsprognosen bereitstellen zu können.

Was bringt es?

Mikkel Westenholz

Durch unsere effizienten Prozesse und präzisen Vorhersagen helfen wir, dass Anlagen optimiert betrieben werden können. Je genauer die Vorhersagen ausfallen, desto besser lässt sich der Einsatz von Windparks, Solaranlagen und Reservekraftwerken planen.

Wie wird die Technik bisher eingesetzt?

Mikkel Westenholz

Momentan sind wir in 22 Ländern vertreten, wobei die meisten unserer Kunden aus Europa kommen. Eingesetzt wird das Tool aber auch in Australien, Südafrika oder Brasilien. Wir bedienen drei unterschiedliche Arten von Kunden: Versorgungsunternehmen, Betreiber von Übertragungsnetzen sowie Trader.

Was soll in der Zukunft passieren?

Mikkel Westenholz

Unser Hauptziel für die Zukunft ist die stetige Verbesserung der Software und die Expansion in immer mehr Länder rund um den Globus. Wir arbeiten aktiv daran, die Qualität und Präzision der Vorhersagen immer weiter zu verbessern. Vor allem die rasanten Fortschritte im Bereich des Machine Learnings machen uns Hoffnung, dass wir auf diesem Gebiet stetig besser und genauer werden.

Wer steckt dahinter?

Mikkel Westenholz

Wir sind ein Spin-Off einer dänischen Universität, das meine beiden Partner im Jahr 2006 gegründet haben.

Wie kann eure Idee / Projekt / Technologie die Energiewende vorantreiben?

Mikkel Westenholz

Mit unserer Software tragen wir maßgeblich dazu bei, dass die Kosten der Energiewende gesenkt werden können. Denn mit exakten Vorhersagen können Windparks und Solaranlagen möglichst optimal betrieben werden, und weniger Standby-Kapazitäten sind von Nöten.

microbEnergy, Robert Böhm (Business Development Manager)

Power-to-Gas ist auf den ersten Blick keine Neuheit. Mit seinem Verfahren zur biologischen Methanisierung ist das Unternehmen microbEnergy jedoch Vorreiter. 2015 ging die weltweit erste Power-to-Gas-Praxisanlage ihrer Art in Betrieb.

Wie funktioniert die Technologie?

Robert Böhm

Die Grundidee hinter Power-to-Gas ist es regenerativ erzeugten Strom in speicherbares Gas umzuwandeln – also Elektronen in Moleküle. In einem ersten Schritt wird dazu durch die Spaltung von Wasser mittels Strom Wasserstoff gewonnen. Anschließend kann in einem zweiten Schritt, der so genannten Methanisierung, aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid synthetisches Methan gewonnen werden. Dies kann helfen die Sektoren wie Industrie, Wärme oder Verkehr zu dekarbonisieren. Unser wesentliches technisches Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir beim Prozess der Dekarbonisierung hochspezialisierte Mikroorganismen verwenden, weswegen das Verfahren biologische Methanisierung genannt wird.

Was bringt es?

Robert Böhm

Das von der microbEnergy entwickelte BiON®-Verfahren kann aus energiewirtschaftlicher Sicht sehr dynamisch eingesetzt werden, denn die Mikroorganismen wandeln Wasserstoff und Kohlendioxid sehr flexibel in Methan um. Zudem können bei unserem Methanisierungsverfahren CO2-Quellen genutzt werden, die zuvor nicht aufwendig aufbereitet werden müssen. Gut dafür geeignet sind Gase aus der Vergärung wie Biogas und Klärgas oder hochkalorische Gase wie Pyrolysegas, die über einen hohen CO2– und auch CH4– Anteil verfügen. Die biologische Methanisierung kann dann in einem Schritt als Verfahren zur Produktion von synthetischem Methan sowie zur Aufbereitung und Einspeisung von Rohgasen genutzt werden.

Wie wird die Technik bisher eingesetzt?

Robert Böhm

Aktuell sind wir in der Bauphase einer 2,5 MW-Power-to-Gas-Anlage mit biologischer Methanisierung in der Schweiz an dem Standort einer Müllverbrennungs- und Kläranlage. Wir rechnen im Frühjahr des nächsten Jahres mit der Inbetriebnahme dieser Anlage.

Perspektivisch wollen wir noch weitere interessante Standorte in der Schweiz mit solchen Anlagen ausrüsten. Sie sollen als Zentren der Sektorkopplung fungieren und grünes Gas produzieren. Generell kann diese Technologie überall dort zum Einsatz kommen, wo große Mengen an erneuerbar erzeugtem Strom kostengünstig zur Verfügung stehen.

Wer steckt dahinter?

Robert Böhm

Die microbEnergy GmbH gehört zur Viessmann Group, einem der international führenden Hersteller von Klima- und Energielösungen. Gegründet wurde die microbEnergy im Jahr 2012 mit rund 20 Mitarbeiter/-innen. Als microbEnergy fungieren wir bei Power-to-Gas Vorhaben als Projektentwickler und Technologielieferant mit biologischem Know-How. Den Anlagenbau übernimmt anschließend unsere Schwesterfirma Schmack Biogas.

Wie kann eure Idee / Projekt / Technologie die Energiewende vorantreiben?

Robert Böhm

Unser Anteil an der Energiewende besteht darin, dass wir schnell umsetzbare Verfahren entwickeln, die sich optimal in die vorhandene Infrastruktur integrieren lassen. Mit unserer Technologie können wir klimaneutrale Gase produzieren und damit in den Sektoren Industrie, Wärme und Mobilität maßgeblich zur Dekarbonisierung beitragen. Ich persönlich glaube, dass wir neben der Elektrifizierung auch auf gasbasierte Energieträger setzen müssen. Denn nur so können wir die gesamtheitliche Energiewende erfolgreich meistern.

Bildnachweis: © en:former

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