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Offshore-Windkraft als Treiber der globalen Energiewende gefragt
Global Offshore Wind Report prognostiziert jährlichen Zuwachs von 40 GW bis 2030

Die Offshore-Windenergie muss in den nächsten zehn Jahren in einem noch nie dagewesenen Umfang genutzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Wind Energy Council (GWEC) in seinem im September veröffentlichten Global Offshore Wind Report 2021.

Laut GWEC bleiben die Ziele und die derzeitigen Ausbaugeschwindigkeiten noch hinter dem zurück, was notwendig ist, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Das zeigen auch Analysen von Organisationen wie der Internationalen Energieagentur (IEA) und der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA). Das Potenzial der Offshore-Windenergie dabei gewaltig:

Die Weltbank hat ein weltweites technisches Ressourcenpotenzial von mehr als 71.000 Gigawatt (GW) ermittelt, was fast dem Zehnfachen der derzeitigen weltweiten Stromkapazität entsprechen würde..

6,1 GW im Jahr 2020 installiert

Die Covid-19-Pandemie hat 2020 viele Sektoren hart getroffen. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen konnte die Offshore-Windindustrie mit 6,1 GW neuinstallierter Leistung dennoch ihr zweitbestes Jahr nach 2019 (6,2 GW) verzeichnen. Die VR China war mit 3,1 GW das dritte Jahr in Folge das Land mit dem größten Zubau und hat nun Deutschland überholt, das in Bezug auf die installierte Kapazität der zweitgrößten Offshore-Windmarkt hinter Großbritannien war. In ganz Europa wurden im vergangenen Jahr 2,9 GW an neuer Kapazität installiert, der Großteil davon in den Niederlanden, die fast 1,5 GW in Betrieb nahmen.

Der GWEC geht davon aus, dass 2021 und 2022 ähnlich viel installiert werden wird. Im Jahr 2023 wird ein Anstieg erwartet, wenn mehrere Projekte vor der Küste Frankreichs voraussichtlich in Betrieb gehen werden. Neben den traditionellen Offshore-Märkten in Großbritannien, Dänemark und Deutschland wird die Windenergie in Zukunft stark in der Ostsee wachsen. Dann werden die jährlichen europäischen Installationen deutlich steigen: Von zehn GW im Jahr 2026 auf geschätzte 20 GW im Jahr 2030.

Insgesamt wuchs die weltweite Offshore-Windkapazität bis 2020 auf 35,3 GW. Im Vergleich dazu strebt die IRENA bis 2030 ein enormes Wachstum an: 270 GW müssten dann in Betrieb sein, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, bis 2050 müssten es sogar 2.000 GW sein.

Neue Märkte erschließen

Für einen beschleunigten Ausbau sind neue Märkte von entscheidender Bedeutung. Dazu wurden in den USA im Jahr 2020 5,5 GW an staatlichen Ausschreibungen durchgeführt. Sie machten den Großteil der sieben GW an neuen Windauktionen und Ausschreibungen des letzten Jahres aus. Auch Japan hat seine erste Auktion sowohl für feste als auch für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen durchgeführt und damit einen neuen Weg für den sich erweiternden asiatischen Markt eingeschlagen.

Der GWEC prognostiziert, dass mit dem Eintritt weiterer Länder in den Sektor die jährlichen Installationen weltweit bis 2025 25 GW und bis 2030 möglicherweise 40 GW erreichen könnten, wobei etwa die Hälfte auf Europa, 14,5 GW auf Asien und 4,4 GW auf Nordamerika entfielen.

Der Großteil des Wachstums außerhalb Europas werde in China, Taiwan und Vietnam gesehen, während die Märkte in den USA, Japan und Südkorea ab 2024 einen größeren Beitrag leisten werden, schätzt der GWEC. Innerhalb Europas werde das Vereinigte Königreich mit einem jährlichen Zuwachs von vier GW bis 2030 voraussichtlich der größte Einzelmarkt bleiben.

Niedrigere Kosten und ein grünerer Fußabdruck

Für den Ausbau spricht auch, dass die Offshore-Windkraft laut GWEC „nach der Onshore-Windenergie und der Solarenergie die wettbewerbsfähigste Technologie zur Stromerzeugung geworden“ sei. Darüber hinaus sei ihre Fähigkeit, eine Kreislaufwirtschaft zu fördern, ein entscheidender Vorteil, wie am Beispiel von Stahl deutlich wird: Er ist eine wesentliche Komponente beim Bau von Offshore-Windrädern. Durch deren Ausbau kann grüner Wasserstoff erzeugt werden, der wiederum die Stahlproduktion dekarbonisieren kann.

Und die Hersteller von Windturbinen unternehmen weitere Schritte, um ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Im Rahmen einer Reihe von Projekten zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Windturbinenblättern kündigte Siemens Gamesa im September die Einführung des ersten vollständig recycelbaren Windturbinenblatts für den kommerziellen Einsatz auf See an.

Wichtiger Pfeiler der Energiewende

Es besteht daher kein Zweifel daran, dass die Offshore-Windenergie ein entscheidender Baustein der globalen Energiewende ist. Die Ressource Wind hat – über die Welt verteilt – ein gewaltiges Potenzial ist und für Entwicklungs- und Industrieländer gleichermaßen zugänglich. Der Aufbau lokaler Lieferketten schafft zudem neue Arbeitsplätze und unterstützt die zirkuläre Dekarbonisierung der lokalen Industrie, so der GWEC.

Neue Ansätze wie schwimmende Offshore-Windräder werden das Potenzial weiter erschließen. Um höhere Wachstumsraten zu erzielen, benötige der Sektor jedoch staatliche Unterstützung – nicht in Form von Subventionen, sondern durch Einnahmesicherheit, wie sie beispielsweise durch das britische Contract-for-Differences-System gegeben sei, sowie verbesserte Genehmigungsverfahren, so der Bericht. Effiziente Genehmigungsverfahren und nachhaltige politische Unterstützung seien von zentraler Bedeutung, um eine der weltweit größten und am leichtesten zugänglichen erneuerbaren Energieressourcen nutzbar zu machen, so der GWEC.

 

 

Bildnachweise: © RWE AG

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