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Bruttostromverbrauch steigt bis 2030 auf 658 Terawattstunden
BMWI-Studie sieht Verkehrs- und Wärmesektor sowie H2-Produktion als Haupttreiber des Anstiegs

Noch fahren die allermeisten Autos in Deutschland mit Benzin und Diesel, die große Mehrzahl der Gebäude wird mit Erdgas oder Heizöl beheizt. Damit das Land seine Klimaziele erreicht, muss sich diese Situation in den kommenden Jahren sukzessive ändern. Die fossilen Brennstoffe müssen nach und nach durch grünen Strom ersetzt werden, der E-Autos und Wärmepumpen antreibt. Das wird dazu führen, dass der Strombedarf in Deutschland steigen wird – da sind sich Experten einig. Umstritten ist allerdings die Frage, wie hoch die Zunahme sein wird.

Eine Schätzung zum zukünftigen Strombedarf hat nun ein Konsortium aus der Prognos AG zusammen mit dem Fraunhofer ISI und dem Öko-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gegeben. Die Energieexperten haben errechnet, wieviel Strom gebraucht wird, damit das Ziel des Klimaschutzgesetzes erreicht wird, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Bereits im Sommer 2021 hatte das Konsortium eine vorläufige Schätzung für das Jahr 2030 von einem ungefähren Bruttostromverbrauchs von 655 Terrawattstunden (TWh)  berechnet. Mit dem aktuellen Bericht erneuerten sie Zahlen geringfügig nach oben. Im neuen Szenario liegt der Bruttostromverbrauch 2030 bei 658 TWh. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 lag der jährliche Verbrauch bei 595 TWh, was eine Steigerung von 11 Prozent bedeuten würde.

Starker Anstieg im Verkehr und der Wärmeversorgung

Als Haupttreiber identifiziert die Studie den Verkehrssektor, die Wärmeversorgung und die Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse. Der Verkehr wird dabei die größte Rolle spielen: Durch die Zunahme der Elektromobilität gehen die Experten von einem Anstieg von 68 TWh aus. Den Großteil davon (44 TWh) machen PKW aus. Im Jahr 2018 lag der Stromverbrauch von etwa 100.000 Elektrofahrzeugen auf den Straßen gerade mal bei 0,3 TWh. Weitere 16 TWh entfallen auf den Schienenverkehr, eine Steigerung von etwa 5 TWh im Vergleich zu 2018.

Auch die Wärmeversorgung entwickelt sich in Zukunft hin zum Einsatz von elektrisch betriebenen Wärmepumpen. Die Zahl der installierten Wärmepumpen erhöht sich laut der Studie von etwa eine Million auf 5,5 Millionen Stück in 2030. Damit steigt der Stromverbrauch von 7 TWh auf etwa 33 TWh. Im Fernwärmesektor prognostizieren die Experten eine Steigerung von etwa 9 TWh durch den Einsatz von Großwärmepumpen. Insgesamt, so die Autoren, ist ein Anstieg des Stromverbrauchs durch Wärmepumpen von 35 TWh zu erwarten.

Batteriefabriken tragen zudem zu einer Steigerung bei: Gerade für die Produktion von Elektroautos werden große Mengen an Batterien benötigt. Hier gehen die Experten von einem Stromanstieg in der Produktion von 15 TWh aus. Eingespart werden können hingegen etwa 2 TWh auf Seiten von Rechenzentren. Durch Fortschritte in der Effizienz sieht die Studie hier trotz der fortschreitenden Digitalisierung keinen steigenden Stromverbrauch.

Wasserstoffimporte fangen Stromverbrauch durch Inlandsproduktion ab

Grüner Wasserstoff, erzeugt mit Hilfe von regenerativ erzeugtem Strom, wird schon in diesem Jahrzehnt deutlich an Bedeutung gewinnen. Sein Einsatz steigt laut Berechnungen bis zum Jahr 2030 auf 37 TWh an. Doch dieser Wasserstoff wird nicht nur in Deutschland produziert, ein Großteil soll aus dem Ausland importiert werden: Rund ein Drittel, 12,5 TWh Wasserstoff, stammt laut Experten aus der Inlandsproduktion. Der Stromverbrauch steigt daher um weitere 20 TWh bis zum Ende der Dekade.

Veränderungen des Bruttostromverbrauchs bis 2030 nach Sektoren

in TWh, Quelle: Prognos, Öko-Institut, Fraunhofer ISI, 2021

Steigende Energieeffizienz senkt den Stromverbrauch

Doch nicht bei allen Anwendungen nimmt der Stromverbrauch in Zukunft zu, so die Studie.  Beispielsweise könnten durch eine bessere Energieeffizienz bei Geräten im Haushalt oder bei der Beleuchtung Strom eingespart werden. Das gleiche gilt für elektrisch betriebene Anlagen im industriellen und gewerblichen Bereich. Hier prognostizieren die Experten eine Gesamteinsparung von etwa 51 TWh zwischen 2018 und 2030. Auch der Kraftwerkseigenverbrauch sinkt um 22 TWh.

Damit ergibt sich durch den Verkehrssektor, die Wärmeversorgung und den Anstieg in der Batterieproduktion ein zusätzlicher Stromverbrauch von etwa 142 TW. Mögliche Einsparungen in Rechenzentren oder durch den Kraftwerksverbraucht belaufen sich insgesamt hingegen auf 79 TW. Somit erhöht sich der Bruttostromverbrauch um 63 TWh bis 2030.

Bildnachweis: © shutterstock, elxeneize

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