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IEA: 2021 wird ein Rekordjahr für Erneuerbare Energien
Laut IEA könnten die Regierungen ihre finanzielle Unterstützung ausweiten, um die Energiewende voranzutreiben

Inmitten der weltweiten Corona-Pandemie war 2020 bereits ein Rekordjahr für Erneuerbare Energien. In ihrem jüngsten Bericht „Renewables 2021 – Analysis and forecasts to 2026“ rechnet die Internationale Energieagentur IEA nun damit, dass dies in diesem Jahr sogar noch übertroffen wird. Der weltweite Zubau erneuerbarer Energiekapazitäten wird in diesem Jahr voraussichtlich fast 290 Gigawatt erreichen.

Der Bericht der IEA zeigt außerdem, dass die Grundlagen für ein weiteres außergewöhnliches Wachstum im Bereich der Erneuerbaren Energien bis 2026 geschaffen worden sind.

Zubau sauberer Energien dominiert

Eine der außergewöhnlichsten Veränderungen des letzten Jahrzehnts ist die nahezu vollständige Dominanz der Erneuerbaren Energien beim Bau neuer Anlagen. Der IEA zufolge werden bis 2026 fast 95 Prozent des Anstiegs der weltweiten Stromerzeugungskapazität auf die Erneuerbaren entfallen.

Bis dann könnte die weltweite installierte Leistung aus regenerativen Quellen gegenüber 2020 um mehr als 60 Prozent auf über 4.800 Gigawatt ansteigen – das entspricht der derzeitigen globalen Stromerzeugungskapazität aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie zusammen.

Im Vergleich zum Zeitraum von 2015 bis 2020 wird das Wachstum bei Solar, Wind und Co. in allen Regionen zunehmen. China baut die saubere Energieerzeugung am schnellsten aus und wird für 43 Prozent des gesamten Zubaus verantwortlich sein, gefolgt von Europa, den Vereinigten Staaten und Indien. Insgesamt werden auf diese vier Märkte 80 Prozent des weltweiten Ausbaus der erneuerbaren Kapazitäten entfallen.

Die IEA prognostiziert, dass sowohl China als auch Europa ihre derzeitigen Ziele für 2030, früher erreichen können. Außerdem schätzen die Energieexperten der IEA, dass der EE-Ausbau in den Vereinigten Staaten im Zeitraum 2021 bis 2026 um 65 Prozent höher sein wird als im Zeitraum 2015 bis 2020. Auch Indien wird den Übergang zu sauberen Energien beschleunigen. Dies zumindest unterstreicht das von der Regierung angekündigte ehrgeizige Ziel, bis 2030 eine Kapazität von 500 Gigawatt zu erreichen.

Solarenergie bleibt die treibende Kraft des Wachstums: so werden insgesamt 60 Prozent des Zubaus auf sie entfallen, und zwar sowohl auf große Anlagen von Stromversorgern als auch als auch auf kleine Dachanlagen von Privathaushalten. Nach einem weltweiten Ausbaurekord von 110 Gigawatt im Jahr 2020 rechnet die IEA nun bei Onshore-Wind bis 2026 mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 75 Gigawatt. Die Offshore-Windenergie wird 2026 voraussichtlich eine Gesamtleistung von 26 Gigawatt erreichen, da der Sektor in neue Märkte außerhalb Europas und Chinas expandiert.

Europa wird seine Ziele übertreffen

Die IEA schätzt, dass Europa vor allem in Solar- und Windenergie investieren wird, um einen Zubau von 300 Gigawatt zu erreichen. Drei Viertel davon entfallen auf sieben Märkte: Deutschland, Spanien, Frankreich, die Niederlande, die Türkei, das Vereinigte Königreich und Polen, wodurch Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen werden.

Die wichtigsten Triebkräfte sind die Ausbauziele der Regierungen sowie damit verbundene Ausschreibungen sowie die Zunahme von Stromabnahmeverträgen (PPAs) zwischen Stromversorgern und Unternehmen, die ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele umsetzen.

Die IEA schätzt, dass die Kapazität der Erneuerbaren bis 2026 in der EU 750 Gigawatt erreichen wird, wobei der Zubau im Durchschnitt 40 Gigawatt pro Jahr betragen wird.

Herausforderungen beim Ausbau

Auf steuerbare regenerative Energiequellen– Wasserkraft, Geothermie und Bioenergie – werden voraussichtlich nur 11 Prozent des Zubaus entfallen. Dies ist auf höhere Kosten, schwache politische Unterstützung und eine begrenzte Vergütung von Flexibilitätsdienstleistungen wie Speicherung und Nachfragesteuerung zurückzuführen. Damit droht ein Ungleichgewicht zwischen schwankender und steuerbarer Stromerzeugung, was die Besorgnis der IEA über die mangelnde Unterstützung von Flexibilitätsdienstleistungen unterstreicht. Diese sind aber erforderlich, um die Integration einer zunehmend sauberen Stromerzeugung in die nationalen Stromsysteme zu erleichtern.

Darüber hinaus sind die Rohstoff- und Transportpreise im letzten Jahr stark angestiegen. So sind laut IEA die Investitionskosten für Solar- und Onshore-Windkraftanlagen um etwa 25 Prozent gestiegen. Viele Projektentwickler haben in der Erwartung kontinuierlich fallender Rohstoffpreise den Zuschlag für die Errichtung von Solaranlagen und Onshore-Windparks bei Auktionen erhalten. Sollten die Rohstoffpreise jedoch weiterhin auf hohem Niveau bleiben, dann könnte dies zu einer Verzögerung von 100 Gigawatt vertraglich vereinbarter Kapazität führen, warnt die IEA.

Dennoch sind Solar- und Onshore-Windkraft weiterhin die wettbewerbsfähigsten Formen der Stromerzeugung. Laut IEA werden die steigenden Materialkosten derzeit einerseits durch eine stärkere politische Unterstützung seitens der Regierungen aufgewogen; und andererseits durch die Impulse, die von den neuen Zusagen auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) Anfang November 2021 ausgehen.

Politische Prioritäten

Die IEA stellt fest, dass trotz der Dringlichkeit des Klimawandels nur elf Prozent der staatlichen Konjunkturausgaben für saubere Energie auf Erneuerbare Energien – einschließlich Strom, Wärme, Biokraftstoffe und Biogas – entfallen. Nach ihrer Auffassung könnten durch höhere staatliche Ausgaben allerdings mehr als 400 Milliarden Dollar in den Ausbau von Erneuerbaren Energien investiert werden. Insbesondere Biogas und Biokraftstoffe könnten von erhöhten Konjunkturprogrammen profitieren.

Die IEA und internationale Branchenverbände haben bereits in einem offenen Brief vom 19. Juli 2021, den sie an die Regierungen gerichtet haben, vor den Herausforderungen der Energiewende gewarnt: So stellen die schleppende Erteilung von Genehmigungen und die langsame Netzintegration in fast allen Ländern weiterhin große Hindernisse für den Ausbau von Erneuerbaren Energien dar. Zudem wird vor allem in den Entwicklungsländern das Vertrauen der Investoren zusätzlich durch eine uneinheitliche Politik, fehlende Netzanschlüsse und finanzielle Risiken beeinträchtigt.

Wenn die Regierungen in den nächsten 12 bis 24 Monaten jedoch gezielte Anstrengungen unternehmen würden, um diese Herausforderungen zu bewältigen, könnte die Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren Energien nach Einschätzungen der IEA sogar um 25 Prozent höher liegen und mehr als 380 Gigawatt pro Jahr erreichen.

Dieser ambitionierte Zubau an Erneuerbaren Energien würde dazu beitragen, die Lücke zwischen der derzeitigen Politik und einem weltweiten Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu schließen. Denn um dieses -Ziel tatsächlich zu erreichen, sei ein um 80 Prozent höherer Einsatz von Erneuerbaren Energien im Zeitraum von 2021 bis 2026 notwendig

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