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Leere Erdgasfelder in der Nordsee als CO2-Speicher
Es ist das weltgrößte Projekt seiner Art. Die Häfen von Rotterdam, Antwerpen und Gent wollen so Emissionen senken

Wenn man die Entstehung von Kohlendioxid schon nicht vermeiden kann, so will man wenigstens verhindern, dass das Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt. Die Idee ist nicht neu. Der Maßstab, in dem sie nun umgesetzt werden soll, schon: Zehn Millionen Tonnen CO2 wollen drei Häfen in den Niederlanden und Belgien nun einfangen und in zwei leeren Gasfeldern in der Nordsee speichern.

Die britische Tageszeitung „The Guardian“ hat recherchiert, dass es sich dabei um das bisher größte Projekt zur CO2-Speicherung, kurz CCS (von engl.: Carbon Capture and Storage), der Welt handelt. Bisher gehe dieser Titel an das Petra Nova Projekt im US-Bundesstaat Texas, so der Guardian. Die dortige Anlage filtert seit 2017 pro Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen CO2 aus den Abgasen eines Steinkohlenkraftwerks. Schon seit dem Jahr 1996 lagert der norwegische Energiekonzern Statoil CO2 unter der Nordsee. Und in Deutschland „wäscht“ RWE seit 2009 Kohlendioxid aus den Rauchgasen des Kraftwerks Niederaußem.

Nun soll das Projekt „Porthos“ neue Dimensionen eröffnen: Den Anfang will Europas größter Hafen Rotterdam machen: Ab dem Jahr 2026 sollen dort Treibhausgase gespeichert werden. Bis 2030 sollen dann Europas zweitgrößter Hafen, Antwerpen, und der „Nordseehafen“ nahe Gent via Pipeline angeschlossen werden. Gemeinsam produzieren die drei Häfen jährlich rund 60 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, was laut Guardian etwa einem Drittel der gesamten Emissionen der Benelux-Staaten entspricht.

CO2-Speicherung eine Zukunftstechnologie?

Kohlendioxid ist ein wertvoller Rohstoff, aus dem nicht nur synthetische Kraftstoffe gewonnen werden können. Zahlreiche Industriezweige, vor allem die Lebensmittelbranche, verwenden es seit Jahrzehnten: als Kohlensäure in Erfrischungsgetränken, als Kältemittel in Kühlanlagen oder um Obst zu konservieren. Ein Teil des Kohlendioxids aus dem Porthos-Projekt soll in Treibhäusern in Südholland das Pflanzenwachstum beschleunigen. Wird das CO2 nicht nur gespeichert, sondern auch verwendet spricht man von CCSU (Carbon Capture Storage and Usage).

Bisher sind CCSU-Technologien allerdings nicht profitabel. Die Speicherung von Kohlendioxid ist zudem umstritten. Kritiker warnen von der Gefahr, dass der Druck, mit dem das Gas ins Gestein gepresst wird, kleine Erdbeben verursachen könnte. Wenn die Lagerstätte dadurch undicht wird, gelangt das CO2 doch noch in die Atmosphäre.

Andererseits, so zahlreiche Studien, sind die Klimaziele ohne CCS kaum zu erreichen.

Natürlich sähe ich Investitionen in erneuerbare Energien lieber. Aber man muss realistisch bleiben: Solange die Gesellschaft von fossilen Brennstoffen abhängig ist, sind solche Lösungen ein wichtiger Hebel. Mark Saeys, Professor für Chemische Technologie an der Universität von Gent

Die niederländische Wirtschaftsförderungsgesellschaft RVO unterstützt das Projekt. Zudem wollen die Initiatoren Porthos durch die Europäische Union als „Project of Common Interest“ anerkennen lassen, um EU-Gelder zu erhalten. Das rein niederländische Konsortium besteht aus der Hafenbetreibergesellschaft Port of Rotterdam, dem staatlichen Gasnetzbetreiber Gasunie und der staatlichen Energie- und Klimaagentur EBN.

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