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Klares Ja zum Windrad – aber nicht vor der eigenen Haustür
Der Bau neuer Anlagen sorgt vielerorts für Widerstand. Eine Stadt in Westfalen zeigt, wie es anders gehen kann

Es ist ein Paradox: Obwohl sich die Gesellschaft mehrheitlich für ein aktives Vorantreiben der Energiewende ausspricht, stößt der Bau neuer Windräder auf lokaler Ebene immer wieder auf Widerstand. Naturschützer oder Anwohner klagen gegen viele Neubau-Projekte, Genehmigungsverfahren ziehen sich in die Länge. Die Folge: Der für die Energiewende so dringend benötigte Ausbau der Windenergie kommt in zahlreichen Orten zum Erliegen.

Der stockende Ausbau gehört zu den meistdiskutierten Problemen der Energiepolitik. Zwei Medienberichte liefern interessante Hintergrundinformationen und neue Aspekte zu der Thematik. Der Artikel „… ich will trotzdem kein Windrad vor der Tür“ aus der ZEIT geht auf die generelle Einstellung der Deutschen zur Windkraft und das bekannte Nimby-Problem („Not in my backyard“- Nicht in meiner Nachbarschaft) ein. Und Focus Online zeigt anhand einer Stadt in Westfalen, wie Kommunen, Bürger und Industrie gemeinsam von der Windkraft profitieren.

Hohe Zustimmung in der Gesellschaft

Die Windkraft ist in Deutschland ungebrochen populär. Dies zeigen Umfragen der aktuellen Umweltbewusstseinsstudie der Regierung, aus der die ZEIT zitiert. Demnach finden 81 Prozent der Befragten, dass die Energiewende zu langsam vorangeht. Sogar 92 Prozent der Bürger befürworten den Ausbau von Solar- und Windenergie.

Doch warum dann der stockende Ausbau? „Die gesellschaftliche Zustimmung wächst, während lokal die Widerstände stärker werden“, erklärt Christian Schnibbe von dem Windparkentwickler wpd gegenüber der Wochenzeitung. Seine Erklärung: „Die persönlichen Anliegen werden häufiger mit übergeordneten Interessen gleichgestellt.“

Häufige Einwände sind die Lautstärke der Windräder, der Schattenwurf oder der Artenschutz. Beispiel Lautstärke: Windräder geben ein „Dauergeräusch“ ab, das bei etwa 50 Dezibel liegt, und verursachen einen Infraschall, den zwar der Mensch nicht hören kann, aber den Körper beeinflussen könnte. Allerdings stufen die meisten Wissenschaftler diesen Schall als unproblematisch ein.

Die Folge: Wurden in Deutschland 2017 noch knapp 1.800 Windkraftanlagen an Land neu installiert, waren es 2018 laut Zahlen des Bundesverbands Windenergie 743, im vergangenen Jahr dann sogar nur noch 325. Dabei müsste die jährliche Menge an neu gebauten Windrädern verfünffacht werden, damit Deutschland sein Ziel erreicht, bis zum Jahr 2030 65 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren zu beziehen.

Bürgerbeteiligung als Chance

Abhilfe könnte ein Modell schaffen, das Focus Online in einem Artikel vorstellt. In Lichtenau, einer 11.500-Einwohner Stadt in Ostwestfalen werden Bürger an Erträgen aus Windkraftanlagen beteiligt. Laut dem Artikel könnte die deutsche Politik beispielhaft sehen, wie der Ausbau von Windkraftanlagen funktionieren kann, wenn Kommunen, Bürger und Industrie an einem Strang ziehen – und am Ende alle davon profitieren.

In der mit fast 200 Quadratkilometern größte Flächengemeinde NRWs stehen nach aktuellem Stand 173 Windräder, sie erzeugen ungefähr neun Mal so viel Strom, wie die Stadt verbraucht. Ein Prozent der Gewinne der Windkraftanlagen fließt in eine eigens gegründete Stiftung. Bis zu 200.000 Euro kommen so jährlich zusammen. Das eingenommene Geld kann direkt reinvestiert werden: iSchulen, Sportvereine, Infrastruktur und kulturelle Einrichtungen. „Die Bürger müssen jeden Tag sehen, das etwas mit dem Geld passiert“, erklärt Bürgermeister Josef Hartmann gegenüber Focus Online. Zudem sorgt die Gemeinde für eine gleichmäßige Verteilung der Anlagen.

Trotz der gesellschaftlichen Übereinstimmung, dass das Voranbringen der Energiewende unumgänglich ist, sind Kommunen wie Lichtenau deutschlandweit bis jetzt eine Ausnahme. Sie liefert jedoch ein zukunftsfähiges Lösungsmodell, wie der Ausbau von Windkraftanlagen für alle beteiligten Parteien gewinnbringend vorangetrieben werden könnte.

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