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Sägespäne zu Zucker und Strom

Holländisches Unternehmen entwickelt Verfahren zur effektiven Nutzung von Biomasse

Die Niederlande setzen verstärkt auf Biomasse, um ihre Klimaziele zu erreichen. In einer Pilotanlage wird seit dem Sommer ein ressourcenschonendes Verfahren erprobt. Dabei wird Holz für die Herstellung von Bio-Kunststoffen nutzbar gemacht. Der dabei anfallende Stoff Lignin wird in Kraftwerken für die Stromproduktion eingesetzt.

Dass Papier aus Holz gemacht wird, lernt man schon in der Schule. Wenig bekannt ist dagegen, dass aus Holz noch ganz andere Stoffe gewonnen werden können – zum Beispiel Glukose, also Traubenzucker. Die Technik dazu nennt sich Holzverzuckerung oder Holzhydrolyse. Das niederländische Technologieunternehmen Avantium hat ein neues Verfahren entwickelt, das seit Sommer in einer Pilotfabrik am Standort in Delfzijl erprobt wird.

In der Bio-Raffinerie wird Biomasse wie zum Beispiel Sägespänne mittels Salzsäure in Glukose und den Stoff Lignin umgewandelt. Die entstehenden Zuckerverbindungen können bei der Herstellung hochwertiger Kunststoffe chemische Bausteine aus Erdöl ersetzen. Die sogenannte Dawn-Technologie ermöglicht es also, Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen.

Lignin sorgt in der Pflanze für die Festigkeit des Gewebes und gehört zu den häufigsten organischen Verbindungen auf der Erde. Das bei dem Verfahren gewonnene Material wird von RWE abgenommen, im Kraftwerk Eemshaven wird es als Biomasse für die Stromerzeugung eingesetzt. Außerdem unterstützt RWE innerhalb eines Konsortiums die Bio-Raffinerie.

Ziel des Projektes ist es, Biomasse möglichst effizient zu nutzen. Alle wirksamen Stoffe sollen extrahiert und der Rest in Energie umgesetzt werden. Der Vorteil des neues Verfahren ist es zudem, dass die eingesetzte Biomasse, Holz oder Reste aus der Landwirtschaft, nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert. Zwei Aspekte, die in Zukunft noch wichtiger werden.

Denn die Niederlande setzen verstärkt auf Biomasse, um ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren. Langfristiges Ziel ist der Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft: Primärrohstoffe sollen regenerativ sein. Biomasse kann dabei anstelle von fossilen Rohstoffen wertvolle chemische Bausteine für synthetisch hergestellte Produkte liefern. So wie in der Pilotfabrik in Delfzijl. Nach der Erprobung soll ein sogenanntes Flagship-Plant gebaut werden, also eine Fabrik, die kommerziell vollwertig läuft.

Bildnachweis: WindVector, shutterstock.com

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