schließen

Thema finden

Dürfen wir Sie en:formieren? Nutzen Sie unsere Filterung, um für Sie relevante Themen zu finden. Alternativ unterstützen Sie bei Ihrer Suche nach Themen unsere Suchfunktion sowie die Artikelübersicht.

Übersicht
Inhalte filtern
Übersicht
schließen

Suche

Häufig gesuchte Begriffe

Energiewende Emissionshandel Innovationen Kraftwerke RWE Versorgungssicherheit Batteriespeicher Elektrifizierung
Zurück zur Übersicht
[post-views]
Zurück auf der Sonnenseite
Steigende Strom-Nachfrage, sinkende Kosten, höhere Verlässlichkeit als Wind – die Solarenergie nimmt wieder Fahrt auf.

Aus dem Schatten zurück auf die Sonnenseite: Die Solarindustrie erlebt derzeit weltweit ein Comeback. Experten sind sich sicher – in Sachen Solarenergie bricht ein neues Zeitalter an. Und das hat mehrere Gründe. In Deutschland ist es vor allem die Tatsache, dass die Solarenergie den kommerziellen Durchbruch geschafft hat. Immer mehr Projekte kommen – dank gesunkener Kosten der Bauteile – ohne staatliche Förderung aus. So will zum Beispiel das Unternehmen Naturstrom seine Kunden als erstes deutsches Energieunternehmen mit subventionsfreiem Solarstrom aus einem Park in Bayern versorgen. Mit einer Leistung von rund 20 Megawatt soll die Anlage in Parsberg-Eichensee ab Mai insgesamt Strom für mehr als 6300 Haushalte pro Jahr liefern. EnBW kündigte bereits im vergangenen Jahr an, den größten Solarpark Deutschlands in Brandenburg zu bauen. Ans Netz gehen soll das 175-Megawatt-Projekt im Lauf des Jahres 2021.

Auch die Klimaziele schieben die Technologie an. Um die selbst gesetzten Werte zu erreichen, muss Deutschland beim Solarausbau Gas geben: Nach Ansicht der Experten des Fraunhofer-Instituts ist ein jährlicher Zubau von fünf bis 15 Gigawatt notwendig. Flächen gibt es in Deutschland demnach genügend – ohne, dass Ackerland dabei maßgeblich beansprucht würde. Laut Fraunhofer-Institut bieten diese Flächen ein Potenzial von 226 Gigawatt. Im vergangenen Jahr wurden die Ziele noch verfehlt: Bis Ende Dezember 2019 kamen 3,9 Gigawatt Photovoltaik hinzu. Damit lag der Zubau aber fast doppelt so hoch wie bei der Windkraft.

Veränderte Wahrnehmung, größere Akzeptanz

Selbst die Wahrnehmung der Technologie hat sich verändert. Noch vor wenigen Jahren galten Solarmodule auf Hausdächern als hässlich, sie verschandelten den optischen Eindruck von Gebäuden, hieß es häufig. Eine repräsentative Umfrage unter 2052 Bundesbürgern, die YouGov durchgeführt hat, zeigt nun ein ganz anderes Bild: Insgesamt 80 Prozent der Befragten unterstützen es, die Dächer von neuen Wohngebäuden für die Photovoltaik zu nutzen. Nur zehn Prozent lehnen Module auf Neubauten explizit ab. Gar 82 Prozent sind dafür, auf allen Gewerbe-Neubauten Photovoltaikanlagen zu installieren, sofern dies technisch sinnvoll ist.

Neben den gesunkenen Kosten spielen noch andere Elemente eine Rolle beim Solar-Boom. Solarparks erreichen laut Studien im Schnitt auch deutlich häufiger ihre versprochene Energie-Ausbeute als Windanlagen. Das ist wichtig für Investoren. „Solarprojekte sind eine sicherere Wette als Windparks, wenn es darum geht, die erwartete Menge an Strom herauszuschlagen“, unterstrich die Rating-Agentur Finch kürzlich. Bei der Betrachtung einer Gruppe von rund 70 Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien weltweit stellte die Firma fest, dass 86 Prozent der Solarprojekte ihre Ziele erreichten. Nur in sieben Prozent der Fälle lagen die Leistungen der Solaranlagen „deutlich“ darunter. Ganz anders sah es beim Wind aus: In fast 90 Prozent der Fälle erreichten die von Fitch untersuchten Windparks nicht ihre Prognose. Und mehr als die Hälfte der Zeit fielen sie „deutlich“ unter Plan.

Solarparks deutlich verlässlicher als Windanlagen:
86 Prozent der Solarprojekte erreichten ihre Ziele, fast 90 Prozent der untersuchten Windparks lagen unter der Prognose. So die Rating-Agentur Finch die 70 Projekte im Rahmen der Erneuerbaren Energien untersuchte.

Globaler Ausbau schreitet voran

Nicht nur hierzulande, sondern auch im Rest der Welt scheint die Sonne stärker. In der EU wurde 2019 doppelt so viel Photovoltaik installiert als 2018. Oder Ägypten: Der dortige Solarpark Benban in der Nähe von Assuan ist sogar auf Satellitenfotos aus dem Weltall zu sehen. Mit einer Fläche, die mehr als 50 Fußballfeldern entspricht, ist er einer der weltweit größten. Er kann Strom für eine Million Haushalte produzieren. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der die Anlage vor kurzem besuchte, ist sich sicher: „Wir sind am Anfang, nicht am Ende der Nutzung der Sonnenenergie.“ Es sei der „Anfang einer Renaissance“ der Solarenergie in Afrika, Asien und Südamerika.

„Wir sind am Anfang, nicht am Ende der Nutzung der Sonnenenergie.“ Gerd Müller (CSU), Entwicklungsminister

Tatsächlich sind in Marokko, Abu Dhabi, aber auch China und Indien Solarparks von gewaltigem Ausmaß herangewachsen. Das ist nicht überraschend: Im Nahen Osten und Nordafrika wächst die Stromnachfrage stetig, viele Haushalte sind noch nicht ans Stromnetz angeschlossen. Anders als Wasserkraftwerke lassen sich Solar- wie auch Windkraftanlagen schnell entwickeln, die Bauarbeiten brauchen teils nur Monate.

China, das mit den USA und Indien die weltweit größte Menge an Treibhausgasen wie CO2 ausstößt, ist Spitzenreiter in dieser Entwicklung. Innerhalb von 25 Jahren ist das Reich der Mitte, das vorher praktisch überhaupt keine Solarpanels hatte, zum größten Produzenten von Solartechnologie und zum Land mit den meisten Solaranlagen aufgestiegen. 2018 installierte man mit 44 Gigawatt die meiste Solar-Leistung, gefolgt von Indien (8 GW), Japan (7 GW), Australien (5 GW) und Deutschland (3 GW).

Trotz dieser positiven Entwicklung: Der Beitrag der Solarkraft zum Energiemix besitzt noch kräftig Luft nach oben. In Deutschland lag der Anteil an der Stromerzeugung im vergangenen Jahr bei 7,4 Prozent. Weltweit waren es hingegen nur etwa zwei Prozent.

Fragen an die Redaktion

Stellen Sie Ihre Frage an die Redaktion per ...

E-Mail Feedbackformular
Feedbackformular







Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Fragen an die Redaktion

Stellen Sie Ihre Frage an die Redaktion per ...

E-Mail Feedbackformular

up:date

Abonnieren Sie den monatlichen en:former- Newsletter und folgen Sie uns auf Twitter. So bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

zur Anmeldung
jetzt bewerten bereits bewertet

Artikel teilen:
Mehr zu Energiewende Stromerzeugung