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Vom Vorhaben zur Praxis: Großbritanniens Klimawandel-Fortschritt
Britischer Ausschuss für Klimawandel warnt: Entwicklung der Klimaschutzpolitik muss schneller werden

Der britische Ausschuss für Klimawandel veröffentlichte im Juni seinen neuesten Fortschrittsbericht für das Parlament (Link auf Englisch). Darin sprach er die Warnung aus, dass die globale Temperatur ohne größere Maßnahmen in den frühen 2030er-Jahren um 1,5 Grad Celsius höher gegenüber dem vorindustriellen Niveau ansteigen wird.

Zwar wurden bereits ehrgeizige und langfristige Ziele gesetzt und ein starker gesetzlicher Rahmen geschaffen, jedoch formuliert der Ausschuss Bedenken: Viele der politischen Schritte, die erforderlich sind, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, sind noch nicht ausgearbeitet. Das Land sei weder ausreichend auf die nötigen Anpassungen an den Klimawandel vorbereitet, noch gebe es einen stringenten Plan, um die Emissionen in den nächsten zehn Jahren ausreichend zu reduzieren, so der Ausschuss.

Anpassung versus Emissionsreduzierung

Im Pariser Klimaabkommen wurde das Ziel gesetzt, den Anstieg der globalen Temperatur auf deutlich unter zwei Grad zu reduzieren. Das bedeutet jedoch, dass es trotzdem zu einer gewissen Erwärmung der Atmosphäre kommen wird, die zu erheblichen Veränderungen des Wetters führen wird, beispielsweise ein erhöhtes Risiko von Überschwemmungen, Waldbränden und Süßwasserknappheit.

Das International Panel on Climate Change beschreibt in seinem Sonderbericht über eine Erderwärmung von 1,5 Grad (Link auf Englisch), welche Auswirkungen sowohl bei einem Anstieg der globalen Temperaturen um 1,5 als auch um zwei Grad zu erwarten sind. Aus diesem ergibt sich, dass die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel zwei sehr eng verbundene Anforderungen an die Politik mit sich bringt: Maßnahmen zur Anpassung an die steigenden Temperaturen und ihre Auswirkungen und Maßnahmen zur Minimierung dieses Anstiegs.

Die Warnung des Ausschusses ist besonders eindringlich in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel: „Das Vereinigte Königreich ist im Moment schlechter auf den Klimawandel vorbereitet als bei der Veröffentlichung der letzten Risikobewertung vor fünf Jahren“, schreibt er. Weiterhin skizziert der Ausschuss für Klimawandel 34 Prioritätsbereiche. Doch in keinem von ihnen sind bisher starke Fortschritte zu verzeichnen, so sagt er.

Genauso wie Großbritannien messbare Ziele für die Emissionsreduzierung braucht, so braucht es auch eine klare Strategie für die Anpassung an den Klimawandel, warnt der Ausschuss weiterhin. Laut dem Bericht würden gerade jetzt Investitionen in die Emissionsreduzierung sowohl Risiken als auch die Kosten der nötigen Anpassungen reduzieren.

Politische Kluft

In Bezug auf die Emissionsreduzierung ist die größte Sorge des Ausschusses die Kluft, die zwischen den Zielen und der politischen Entwicklung entstehen kann. Der Ausschuss gibt an, dass die nächsten zehn Jahre entscheidend sind, wenn es darum geht Großbritannien auf den Weg zur Netto-Null bis 2050 zu bringen. Er möchte das Tempo der politischen Entwicklungen beschleunigen. Dabei betont er, dass zwar große Fortschritte bei der Dekarbonisierung des Energiesektors bereits gemacht wurden, Im Vergleich andere Sektoren, wie Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft jedoch hinterherhinken.

Bis zum Ende des laufenden Legislaturperiode müssen politische Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass fast alle Investitionen und Käufe bis zum Ende des Jahrzehnts oder kurz darauf kohlenstoffarm sind, so der Bericht. Er begrüßt die Verabschiedung des Sechsten Kohlenstoffbudgets in Großbritannien, erläutert aber gleichzeitig, dass „zuverlässige Maßnahmen zur Umsetzung derzeit nur etwa 20 Prozent der erforderlichen Emissionsreduzierung abdecken, um das Budget einzuhalten“.

Doch in einigen Bereichen ist Großbritannien auf dem richtigen Weg: Der Bericht hebt das Ziel der Regierung hervor, bis 2030 40 Gigawatt (GW) Energie über Offshore-Windkraft zu generieren sowie bis 2030 den Verkauf von Benzin- und Dieselfahrzeugen zu beenden. In vielen anderen Bereichen erkennt der Bericht jedoch entweder einen Mangel an politischen Maßnahmen im Vergleich zu den festgelegten Zielen oder aber Maßnahmen, die nicht weit genug gehen, um die Netto Null zu erreichen.

Politische Koordination

Der Weg zur Netto Null erfordert „hohe Ambitionen und einen effektiven politischen Rahmen in allen Bereichen“, so der Bericht. Anstatt sich einfach nur auf die bald zu erwartende Netto-Null-Strategie zu verlassen muss die Politik regierungsübergreifend koordiniert werden Dies muss vor allem in Hinblick auf Übergangsfinanzierung, sowohl für Anpassungsmaßnahmen als auch für Emissionsreduzierungen, heißt es in dem Bericht.

Die politischen Empfehlungen des Ausschusses decken ein breites Spektrum ab, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Sie schließen die Einführung eines „Netto-Null-Tests“ mit ein, der sicherstellen soll, dass alle Regierungsentscheidungen mit den gesetzlich festgelegten Emissionszielen vereinbar sind.

Bildnachweis: fokke baarssen, shutterstock.com

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