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Mittlerweile gehören Wind und Sonne zu den preiswertesten Stromquellen, und die Kosten dürften weiter sinken

Je nach Größe und Standort produzieren Windräder an Land schon heute den preiswertesten Strom überhaupt. Vergleicht man neue Anlagen liegen auch die Erzeugungskosten für Sonnenstrom aus großen Photovoltaik-Kraftwerken substanziell unter jeder Form der konventionellen Stromerzeugung. Zu diesem Ergebnis kommt die Investmentbank Lazard in einer aktuellen Studie.

Grund dafür seien die drastisch gesunkenen Herstellungskosten für erneuerbare Erzeugungsanlagen. Im Windkraftsektor seien die reinen Stromgestehungskosten – ohne Subventionen gemessen in US-Dollar pro Megawattstunde – zwischen 2010 und 2019 um 70 Prozent gesunken. Bei kristallinen Photovoltaikanlagen sind diese Kosten demnach im selben Zeitraum um 89 Prozent gefallen. Damit liegen die Gestehungskosten von Solarstrom unter günstigen Umständen sogar unter denen von konventionellem Strom aus existierenden Kraftwerken.

Das hat weitreichende Folgen für die Ökonomie der Energieversorgung. Das „Trilemma“, wie es der World Energy Council ausdrückt, aus Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit beginnt sich mit der Kostenreduktion der Erneuerbaren aufzulösen: Eine saubere, preiswerte und lokal angesiedelte Energieversorgung wird möglich.

Aber warum fallen die Kosten für manche Erzeugungsarten eigentlich so viel schneller als für andere?

Der Geldmarkt begünstigt Erneuerbare

Zwei Schlüsselfaktoren des Erfolgs jedes Wirtschaftsbetriebs sind Investitions- und Betriebskosten. Und diese Kostenstruktur unterscheidet sich bei den verschiedenen Arten der Energiegewinnung erheblich: Für die Wirtschaftlichkeit von Wind- und Solarparks, aber auch Wasser- und Geothermiekraftwerke sind nahezu allein die Investitionskosten entscheidend – weil die Wartungs- und Instandhaltungskosten überschaubar sind und der „Treibstoff“ kostenlos ist.

Ganz anders ist es bei fossil befeuerten Kraftwerken. Gemessen an der Menge Strom, die sie über die Lebensdauer erzeugen, sind die Investitionskosten niedrig. Dafür aber muss für jede erzeugte Kilowattstunde Brennstoff aufgewendet werden, daher hängen die Grenzkosten der Erzeugung maßgeblich von den Rohstoffpreisen ab.

Was den Erneuerbaren hierbei zugutekommt, sind die niedrigen Zinsen im abgelaufenen Jahrzehnt. Durch die geringe Zinslast lagen die Investitionskosten in neue Anlagen weit unter dem, was in früheren Dekaden angefallen wäre. Ganz anders die Preise für fossile Energieträger, die vor allem zwischen 2011 und 2014 auf überdurchschnittlich hohem Niveau lagen.

Einfachheit und Skalenerträge

Das allein erklärt allerdings nicht die außergewöhnliche Wirtschaftlichkeit der Erneuerbaren. Kernkraftwerke zum Beispiel haben eine ähnliche Struktur von Investitions- und Betriebskosten. Von den niedrigen Zinsen konnten Investoren also auch hier profitieren. Allerdings standen ihnen höhere Kosten für eine komplexere Kraftwerkstechnik und höhere Sicherheitsanforderungen entgegen.

Wind- und Solarkraftanlagen spielen dagegen zusätzlich ihre relativ simple Bauweise in die Hände: So komplex die Entwicklung eines Produktes sein mag – viele Teile können standardisiert oder sogar in Fließbandarbeit hergestellt werden. Bei einem Großkraftwerk ist nahezu jedes Bauteil eine Einzelanfertigung. Während also die Kosten für Photovoltaik-Wafern durch Massenproduktion radikal gesunken sind, spielen solche Skalenerträge bei konventionellen Kraftwerken praktisch keine Rolle.

Insbesondere bei der Windkraft hat neben dem Ausmaß der Produktion auch das Ausmaß der einzelnen Turbinen die Stromkosten gesenkt: Dank größerer Rotoren und höherer Naben fangen sie nun kräftigere und konstantere Winde ein. Das steigert die Stromproduktion und senkt die Gestehungskosten.

Potenzial nach unten

Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Energiequellen hängt also sowohl von kaum vorhersehbaren und volatilen Faktoren wie Roh- und Brennstoffpreisen als auch von vorhersehbareren wie Skalenerträgen und Standardisierungseffekten sowie Lernkurven und Innovationen ab.

Bei der Offshore-Windkraft etwa deuten die ersten schwimmenden Windparks an, welches Potenzial dort noch zu heben ist. Der Global Wind Energy Council jedenfalls ist optimistisch, dass sich die Kapazität der Windkraft auf See in den nächsten zehn Jahren vervielfacht: von 23 auf 200 Gigawatt. Ein Megawattstundenpreis von 50 US-Dollar sei in Reichweite. Zum Vergleich: Konventioneller Strom ist zu diesen Gestehungskosten laut Lazard nur aus modernen GuD-Kraftwerken oder bestehenden Kern- und Kohlenmeilern zu haben. Aktuell setzen die Analysten für Offshore-Windstrom mittlere Kosten von 89 US-Dollar pro Megawattstunde an.

Bildnachweis: geniusksy, shutterstock.com / Eightshot_Studio, shutterstock.com

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