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Australien erforscht neue Energiequellen
Das Jahr 2019 war ein Meilenstein für Australiens Energiewende. Nun will man die Offshore-Windenergie ausbauen

Australiens Erneuerbaren Energien haben 2019 ein Rekordjahr hingelegt – sowohl beim Kapazitätsausbau, als auch bei der Stromproduktion haben. Im September gab die Regierung bekannt, das Land habe das 2001 gesetzte Ziel, die jährliche erneuerbare Stromerzeugung um 33 Terawattstunden (TWh) zu erhöhen, ein ganzes Jahr früher erreicht als geplant.

Und in diesem Jahr geht der Ausbau munter weiter: Mit elf Gigawatt, die sich im Bau befinden oder zumindest finanziert sind, könnte der Zubau im Jahr 2020 den Rekord des Vorjahres noch einmal übertreffen.

Neue Horizonte

Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des australischen Branchenverbands bereits 24 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie – vor allem aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft. Mit 6.279 Gigawatt (GW) Erzeugungskapazität war Wind im vergangenen Jahr erstmals die größte grüne Stromquelle. Bisher allerdings stehen die Turbinen ausschließlich an Land. Und so ist die Offshore-Windkraft vielleicht Australiens größte unerschlossene Energiequelle. Sie könnte nicht nur eine Lösung für die sporadische Gasknappheit im Südosten des Landes sein, sondern auch den Verzicht auf Kohlekraft ermöglichen.

Anteil von Energieträgern an regenerativer Stromerzeugung

Angaben in Prozent für das Jahr 2019; Quelle: IEA

Mit seinen 25 Millionen Einwohnern und der doppelten Fläche von Indien verfügt Australien potenziell über einen so großen Energieüberschuss, dass es Überlegungen gibt, grünen Strom und Wasserstoff zu exportieren. Die Erschließung der Offshore-Windkraft könnte ein Schritt in diese Richtung sein. Günstig wäre sie für Australien aber auch ohne dies, denn 85 Prozent der Bevölkerung wohnen weniger als 50 Kilometer entfernt von der Küste.

Star des Südens

Das erste Großprojekt soll vor der Küste der Region Gippsland im Südwesten entstehen. Der „Star of the South“ soll mit 574 Turbinen eine Kapazität von 2,2 GW erreichen, acht bis zehn Milliarden australische Dollar (AUD) kosten und rund acht Terawattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das wären rund 18 Prozent des Strombedarfs des Bundesstaates Victoria, in dessen flachen Gewässern er stehen soll.

Der Netzanschluss soll über das Latrobe Valley ein Stück im Landesinnern erfolgen. So könnte es die dort ansässige Industrie, aber auch die Verbrauchszentren von Victoria mit grünem Strom versorgen. Die Braunkohleregion deckt maßgeblich den Strombedarf des Bundesstaates mit seiner Fünf-Millionen-Hauptstadt Melbourne.

Immenses Potenzial

Der „Stern des Südens“ könnte erst der Anfang der Offshore-Windkraft in Down Under sein. In ihrem Offshore Wind Outlook 2019 schätzt die Internationale Energieagentur (IEA) Australiens technisches Potenzial auf 16.132 TWh pro Jahr. Das sind 44 Prozent des geschätzten Energiebedarfs der Europäischen Union und Großbritanniens zusammen. Und es ist das 70-Fache der australischen Stromerzeugung im vergangenen Jahr. Allein die flachen Gewässer in Küstennähe bieten Platz und Wind für mehr als 4.000 TWh pro Jahr.

Auch der Zeitpunkt wäre günstig: Nach der Covid-19-Krise werden Investitionen gebraucht. Zudem sind die Kosten der Offshore-Windkraft im letzten Jahr auch dank der Fortschritte in Nordeuropa deutlich gesunken – laut Bloomberg New Energy Finance um satte 32 Prozent. 50 US-Dollar pro Megawattstunde seien möglich. Damit könnte sie mit Onshore-Windkraft konkurrieren und würde fast alle konventionellen Kraftwerksneubauten unterbieten. Nicht zuletzt könnte Australien davon profitieren, dass die Branche auch in China, Taiwan und Japan wächst.

Netzintegration schon im Bau

Die nicht immer einfache Integration der erneuerbaren Energie ist in Australien ebenfalls auf einem guten Weg. Neue Übertragungstrassen sind geplant und 15 Batterie-Großspeicher befinden sich seit 2019 im Bau. New South Wales will mit dem Bau eines Pumpspeicherkraftwerks mit 3,5 TWh Speicherkapazität die Wirtschaft nach der Corona-Krise ankurbeln. Mit seiner Leistung von zwei Gigawatt könnte es den Planern zufolge eine Woche lang drei Millionen Haushalte versorgen.

Die Pumpspeicher auf der Insel Tasmanien sollen im Rahmen des Projekts „Battery of the Nation“ weiter ausgebaut und über ein 1,5-GW-Kabel mit dem Festland verbunden werden.

Anteile erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung nach Bundesstaaten

Quelle: IEA

Grüne Exportprodukte

Projektentwickler sind schon dabei Wege zu finden, Australiens immense Ressourcenüberschüsse zu monetarisieren. Im Northern Territory soll für 20 Milliarden AUD ein Zehn-GW-Solarspeicherpark entstehen. Seine Speicherkapazität von 20 bis 30 GWh könnte die Stromversorgung über Nacht weitgehend aufrechterhalten. Der Großteil des Stroms soll allerdings über ein Unterseekabel 4500 Kilometer weit nach Singapur exportiert werden.

Ein anderes Exportmedium könnte Wasserstoff sein. Der Energierat des Council of Australian Governments (COAG), in dem sich die Regierungen des Bundes und der Bundesstaaten treffen, sowie die Bundesstaaten Süd- und Westaustralien für sich haben Wasserstoffstrategien vorgelegt. Die Exporte könnten zumindest teilweise die aktuellen Erdgas- und Kohleausfuhren ersetzen. Nach COAG-Schätzungen könnte Australien damit im Jahr 2050 immerhin bis zu 26 Milliarden AUD einnehmen.

Das Element gilt als CO2-armer Energieträger, wenn es mit CO2-Speicherung aus Erdgas oder per nachhaltiger Elektrolyse aus Wasser gewonnen wird. Dafür wiederum bräuchte man sehr viel erneuerbaren Strom – aus welcher Quelle auch immer.

Bildnachweis: © innogy SE

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