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Weniger Netzeingriffe, mehr Erneuerbare
Netzbetreiber 50Hertz meldet Rekorde aus Wind- und Solarkraft. Netzausbau und Lerneffekte zahlen sich aus

Nie zuvor hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz in einem Jahr so viel erneuerbar erzeugten Strom transportiert wie 2019: 60 Terawattstunden – das sind fast zwölf Prozent des Deutschen Stromverbrauchs.

50Hertz betreibt die Übertragungsnetze in den neuen Bundesländern, Hamburg und Berlin sowie die jeweiligen Verbindungen in angrenzende Übertagungsnetze in anderen Bundesländern, Dänemark, Polen und Tschechien.

Gleichzeitig sei noch nie so wenig grüner Strom abgeregelt worden wie im vergangenen Jahr. Für eine stabile Stromversorgung müssen die Netzbetreiber Produzenten und Verbraucher koordinieren, damit sich Stromeinspeisung und -entnahme stets die Waage halten. Das ist komplizierter geworden, seit Strom aus volatilen Energiequellen wie Wind und Sonne integriert werden muss: Einspeisemanagement und Redispatch kosten jedes Jahr viel Geld. Im bisherigen Rekordjahr 2017 waren es rund 1,5 Milliarden Euro, 2018 rund sieben Prozent weniger.

Die bundesweiten Zahlen für 2019 dürfte die Bundesnetzagentur erst im Sommer liefern. Doch die Zahlen von 50Hertz nähren die Hoffnung, dass sich der 2018 eingeläutete Trend sinkender Kosten auch insgesamt fortsetzt. Denn kein Übertragungsnetzbetreiber muss einen so hohen Anteil an erneuerbarer Energie integrieren wie 50Hertz: 2019 waren es 60 Prozent. Für ganz Deutschland meldet das Umweltbundesamt einen Anteil von 42 Prozent.

Marktkräfte wirken / Konventionelle immer flexibler

Offenbar gelingt es also immer reibungsloser, den regenerativ erzeugten Strom zu integrieren. Dies hat eine ganze Reihe von Gründen. Ausgerechnet Kohlekraftwerke seien dabei ein Faktor, teilte Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb 50Hertz, dem en:former auf Anfrage mit: „Sie sind mittlerweile in der Lage, ihre Leistung sehr flexibel auf eine sehr geringe Mindestleistung herunterzufahren.“

Dies geschieht vor allem dann, wenn das Angebot an erneuerbarem Strom besonders hoch ist. Zum einen hat dieser im deutschen Netz stets Vorrang, soweit es technisch möglich ist. Die Flexibilisierung, erklärt Biermann, sei aber auch ein Resultat der Marktkräfte: Wenn die Erneuerbaren auf Hochtouren laufen, sind die Strompreise teilweise so niedrig, dass Kraftwerke, die einen Brennstoff benötigen, nicht profitabel arbeiten können. Bei Wind- und Solaranlagen sind die Betriebskosten nahezu unabhängig davon, wie viel Strom sie erzeugen.

Fortschritte im Netzausbau schaffen Voraussetzungen

Einen weiteren Beitrag leistet der Netzausbau: „Im Netzgebiet von 50Hertz hat die Inbetriebnahme der sogenannten Thüringer Strombrücke sehr geholfen, Strom aus erneuerbaren Energien besser abzutransportieren“, sagt Biermann. Die Höchstspannungsleitung kann fünf Gigawatt Strom vom Süden Sachsen-Anhalts nach Bayern transportieren. Aber auch den Stromfluss nach Polen und Tschechien könne 50Hertz seit 2018 besser steuern.

Marktkräfte und gesetzliche Regeln können jedoch nur bedingt erklären, warum es im Jahr 2019 so viel besser lief als in den Jahren davor. Und auch die Thüringer Brücke ist bereits seit September 2017 voll verfügbar.

Tatsächlich, erklärt Biermann, machten sich mittlerweile auch Lern- und Innovationseffekte bemerkbar: „In der Systemführung verfügen wir heute über ein breites Spektrum an Prognose- und Steuerungsinstrumenten, um das Netz optimal auszulasten“, sagt der 50Herzt-Manager. Zudem wirkten sich auch Optimierung, Verstärkung und Neubau von Leitungen innerhalb des 50Hertz-Netzes positiv aus.

Erneuerbare kommen noch nicht allein zurecht

Trotz allen Fortschritts, betont Biermann, sei das Ziel noch lange nicht erreicht. Damit meint er nicht nur den Ausbau des Stromnetzes und der erneuerbaren Erzeugungsleistung, sondern auch andere technische Lösungen, die derzeit noch nicht vorlägen.

Beispielsweise seien häufig noch konventionelle Kraftwerke erforderlich, um sogenannte Blindleistung bereitzustellen: Damit werden Leistungsverluste ausgeglichen, die bei der Übertragung von Strom nahezu zwangsläufig entstehen. Der Ausgleich ist nötig, um die Netzspannung konstant zu halten, denn nur so können Spannungsschwankungen und letzten Endes Stromausfälle verhindert werden.

„Mittel- und langfristig“, sagt Biermann, „müssen für diese Situationen andere technische und regulatorische Lösungen auf den unterschiedlichen Netzebenen gefunden werden, die mit den Ausbauzielen für die Erneuerbaren Energien im Einklang stehen.“

Bildnachweis: © 50Hertz

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