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Energiewende Emissionshandel Innovationen Kraftwerke RWE Versorgungssicherheit Batteriespeicher Elektrifizierung
Zurück zur ÜbersichtDie Elektrifizierung der Welt – Deutschland in den Startlöchern
Laut World Energy Outlook steigt der Bedarf nach Strom stark an – deutsche Firmen können profitieren

Die Menschheit wächst, ihr Wohlstand auch. Und Energie ist ein elementarer Bestandteil der Entwicklung. Deutschland kann dazu beitragen, den steigenden Energiehunger zu stillen – und die globalen Emissionen zu zügeln.

Die wenigen Länder, die ihren Energiekonsum bis 2040 senken dürften, sind Industrienationen: die USA ein bisschen, Japan ein bisschen mehr und die EU mit Abstand am meisten. In allen anderen Weltregionen wächst der Energiehunger – allen voran in Indien und China. So zumindest lautet die Prognose in der aktuellen Version des jährlich erscheinenden World Energy Outlook der Internationalen Energie Agentur (IEA).

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Während Wirtschaft und Bevölkerung in den am weitesten entwickelten Ländern seit Jahren nur noch moderat wachsen, boomen andere Weltregionen.

Und es sind bekanntlich die wohlhabenderen Nationen, in denen sich Menschen besonders für einen effizienteren und klimafreundlicheren Umgang mit Energie starkmachen. Die ambitionierten Klimaziele der Europäischen Union (EU) lassen daran wenig Zweifel: 2050 sollen 80 bis 95 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990.

Deutschland, die EU und die Klimaziele

Dass die EU und ihre Mitgliedsländer mehr tun müssen, um ihre Klimaziele einzuhalten, stellen auch die Ökonomen des britischen Mineralölkonzerns BP in ihrer jährlichen Analyse der globalen Energiemärkte fest.

Gleichzeitig rechnen sie vor, werde die Nachfrage nach Primärenergie trotz steigendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) drastisch zurückgehen, selbst wenn die EU im Tempo der letzten Jahre weitermacht: „2040 wird die EU etwa dieselbe Menge Energie verbrauchen wie 1975, obwohl das BIP mehr als dreimal so groß sein wird“, heißt es im BP World Energy Outlook 2018.

95 Prozent Treibhausgas-Reduktion wären an der Grenze absehbarer technischer Machbarkeit und heutiger gesellschaftlicher Akzeptanz. Eine erfolgreiche Umsetzung wäre nur bei ähnlich hohen Ambitionen in den meisten anderen Ländern vorstellbar. Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.

Energiewende mit „schwarzer Null“

In der großangelegten Studie Klimapfade für Deutschland“ legt der BDI Pläne vor, wie die Bundesrepublik ihre Treibhausgasemissionen besonders effizient um 80 Prozent senken könnte: „Volkswirtschaftlich ist ein solches Ziel mit einer schwarzen Null darstellbar.“

Grundvoraussetzung dafür sei allerdings eine technologieoffene Energiewende, die sämtliche relevanten Branchen erfasst, also neben Energiesektor und Industrie vor allem Gebäude, Landwirtschaft und Verkehr.

Zugleich stellt der BDI klar: „95 Prozent Treibhausgas-Reduktion wären an der Grenze absehbarer technischer Machbarkeit und heutiger gesellschaftlicher Akzeptanz. Eine erfolgreiche Umsetzung wäre nur bei ähnlich hohen Ambitionen in den meisten anderen Ländern vorstellbar.“ Zumindest die G20-Staaten, heißt es in der Studie, müssten sich in vergleichbarem Maße engagieren.

Fossile bleiben weltweit vorn

Genau danach sieht es aber derzeit nur bedingt aus: Wenn die jährliche Weltwirtschaftsleistung weiter wächst wie zuletzt, wird sie sich 2040 mehr als verdoppelt haben. Immerhin: Der weltweite Energieverbrauch würde dann nach Berechnungen von BP und IEA – lediglich – um etwa ein Drittel steigen. Und die erneuerbaren Energien würden den größten Anteil an dem Wachstum haben.

Aber derzeit deutet nicht viel darauf hin, dass der Verbrauch irgendeines Energieträgers bis 2040 – in absoluten Zahlen – zurückgehen wird. Der Ölverbrauch wird – getrieben durch den Boom in den USA – weiter steigen. Eine noch blühendere Zukunft sagen die Analysten Erdgas voraus: Bereits in wenigen Jahren könnte es Kohle als zweitwichtigsten Primärenergieträger ablösen. Insgesamt werden die Fossilen rund 75 Prozent der Energie liefern, heißt es bei BP.

Die Elektrifizierung der Welt

All das bedeutet jedoch nicht, dass es außerhalb Europas überhaupt keine Energiewende gäbe. „Wenn sich China ändert, ändert sich alles“, überschreibt die IEA eines seiner Outlook-Kapitel. Und tatsächlich sei es bereits dabei, sich zu ändern. Mit der 2014 ausgerufenen „Energierevolution“ will die Regierung das Land zu einer Dienstleistungsgesellschaft umbauen. China dränge den gesamten Energiesektor in eine neue Richtung, heißt es im IEA-Report: „Mit einer Energiepolitik, die den Schwerpunkt fest auf Elektrizität, Erdgas und sauberere, hocheffiziente und digitale Technologien legt.“

Mit dem Trend zu Elektrifizierung ist China nicht alleine. Daran werde die E-Mobilität ihren Anteil haben: Von heute zwei Millionen soll die weltweite Elektroautoflotte bis 2040 auf rund 300 Millionen anwachsen. Noch entscheidender aber werde die Nachfrage nach elektrischen Industriemaschinen und Haushaltsgeräten, Klimaanlagen und Heizungen steigen. Der Stromverbrauch, sind sich die BP-Autoren sicher, werde doppelt so schnell zunehmen wie der Energieverbrauch insgesamt: um fast 70 Prozent.

Vorreiter Deutschland?

Für die deutsche Wirtschaft steckt darin eine riesige Chance. Bis 2030, schätzen die BDI-Analysten, könnte der globale Markt für Energieeffizienz und Klimaschutz ein Volumen von ein bis zwei Billionen Euro erreichen. Und in vielen Segmenten habe sich noch kein globaler Marktführer herauskristallisiert.

Deutsche Unternehmen hätten das Potenzial, in diesem Rennen auf den vorderen Plätzen zu landen: Ein wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreicher Klimaschutz in Deutschland könne eine positive Multiplikatorwirkung entfalten und böte die Chance, das Land als Leitmarkt für innovative und ressourceneffiziente Technologien auszubauen, heißt es in der Studie.

Bildnachweis: Lukassek, shutterstock.com, Di Ma, shutterstock.com

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