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Was wir im Sommer an Energie verbrauchen
Während wir alles daransetzen, nicht ins Schwitzen zu geraten, arbeitet die Stromversorgung auf Hochtouren

Eigentlich stellt der Sommer mit seinen vielen Sonnenstunden ja reichlich Energie zur Verfügung. Aber uns Menschen lähmt die Hitze eher. Deshalb suchen wir Abkühlung. Spätestens wenn die 30-Grad-Marke überschritten ist, wird vielen Menschen die Hitze zur Last.

Eine erhöhte Last kommt dann auch auf die Stromnetze zu: An den vier Tagen Ende Juli, an denen die Temperaturen in weiten Teilen Deutschlands 30 und sogar 40 Grad Celsius überstiegen, verbrauchte Deutschland fast drei Prozent mehr Strom als an den sechs vorangegangenen Werktagen.

Klar, Klimaanlagen sind ein Faktor, der zu höherem Stromverbrauch führt. Schließlich ist die Leistungsaufnahme einer Klimaanlage für einen Raum von 20 Quadratmetern etwa so hoch wie die einer Herdplatte, die in der Regel mit Starkstrom versorgt wird. Aber es gibt noch andere Faktoren, die im Sommer stärker ins Gewicht fallen, als in kühleren Jahreszeiten.

Freibäder

Freibäder benötigen deutlich weniger Energie als Hallenbäder. Das hat mehrere Gründe: Zum Beispiel gibt es kaum Räume, die beheizt oder beleuchtet werden müssten. Und je wärmer es wird, desto weniger Energie braucht man, um das Wasser auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Auf Jahressicht kommt natürlich hinzu, dass Freibäder nur saisonal, Hallenbäder aber ganzjährig geöffnet sind.

Zusätzlich zu den Hallenbädern sorgen also Freibäder für einen höheren Energieverbrauch im Sommer: Pro Quadratmeter Wasserfläche sind das immerhin um die 500 Kilowattstunden Wärmeenergie pro Jahr. Hinzu kommen 100 bis 200 kWh/m²a Strom. Die Unterschiede im tatsächlichen Verbrauch sind sehr groß und hängen unter anderem von Beckenvolumen und verwendeter Technik ab. Nimmt man jedoch den Mittelwert, um eine grobe Vorstellung von der Größenordnung zu erhalten, so kommt man bei einem Olympischen Schwimmbecken, also einer 50-Meter-Bahn mit acht Bahnen, auf einen jährlichen Energiebedarf von etwa 800 Megawattstunden. Das entspricht etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 20 Drei-Personen-Haushalten.

Lebensmittelkühlung

Kühl- und Gefrierschränke sind heute deutlich energieeffizienter als früher. Dennoch geht etwa ein Sechstel des Stromverbrauchs in Haushalten auf ihr Konto. Es gibt einige Faktoren, die sich auf den tatsächlichen Verbrauch auswirken: Bei erhöhter Umgebungstemperatur braucht der Kühlschrank in der Regel mehr Strom – vor allem dann, wenn man ihn häufig auf und zu macht oder offenstehen lässt. Denn dann gelangt jedes Mal warme Luft in den Kühlraum, die dann wieder heruntergekühlt werden muss. Auch das Herunterkühlen etwa von Getränken kostet mehr Energie.

In viel größerem Maßstab steigt bei Hitze der Stromverbrauch von Kühlhäusern. Und auch hier sind die Unterschiede erheblich. Selbst große Kühlhäuser – die wegen ihres Volumens tendenziell effizienter sind als kleinere – benötigen im Hochsommer etwa 1,5-Mal so viel Energie wie im Winter.

Übrigens: Das Prinzip, je kälter die Umgebung, desto weniger Strom verbrauchen Kühlschränke, stimmt nur bedingt. Einige Hersteller weisen sogar darauf hin, dass die Effizienz bereits unter 18 Grad Celsius wieder abnimmt. Und noch etwas: Als Klimaanlagen sind offene Kühlschränke ungeeignet. Sie erzeugen nämlich Kälte, indem sie Wärme aus dem Innern nach außen leiten. Für die Temperatur in der Küche wäre das also ein Nullsummenspiel.

Laptop und Handy

Auf das Stromnetz hat es sicher keinen signifikanten Einfluss, wohl aber auf die Laufzeit der Akkus: Bei Hitze muss man Handy- und Laptop-Akkus häufiger aufladen. Denn Laptops und Notebooks haben kühlende Ventilatoren, die umso stärker arbeiten müssen, je heißer es im Innern des Computers wird. Entsprechend mehr Strom wird dafür benötigt. Außerdem verbrauchen auch Prozessoren bei höheren Temperaturen etwas mehr Strom.

Wichtiger für die Akkulaufzeit sind allerdings Schäden, die durch Überhitzen entstehen: Wenn Lithium-Ionen-Akkus zu heiß werden, können Teile des Elektrolyten verdampfen, in dem die Energie gespeichert wird. Dann sinkt die Speicherkapazität – mitunter erheblich. Ein Platz an der Sonne ist für Handy und Co. also kein Urlaub.

Klimaanlagen in Autos

In einem Halter hinter der Wundschutzscheibe ist ein Handy an heißen Tagen demnach nicht gut aufgehoben. Es sei denn, man kann eine Düse der Klimaanlage direkt auf das Handy richten. Die wird übrigens gerne vergessen, wenn man an höheren Stromverbrauch im Sommer denkt. Dabei arbeiten natürlich auch Klimaanlagen mit Strom.

Bei Verbrennungsmotoren erzeugt der Motor den nötigen Strom über einen Generator. Die gängige Faustformel für den Mehrverbrauch ist ein Liter auf 100 Kilometern. Das hängt aber maßgeblich davon ab, wie heiß es draußen ist und wie kalt es im Auto sein soll. Bei älteren Modellen und einer hohen Kühlleistung kann es auch deutlich mehr sein.

Bei Elektroautos kommt der Strom entweder aus der Brennstoffzelle oder – wesentlich häufiger – aus dem Akku, der auch den Motor versorgt. Manche Experten sprechen davon, dass der Gebrauch der Klimaanlage die Reichweite von Elektrofahrzeugen um bis zu 50 Prozent reduzieren kann.

Grillen oder Kochen?

Ob man das Steak oder das Sojaschnitzel nun auf den Elektrogrill legt oder in die Pfanne – da hält sich die erforderliche Leistung etwa die Waage. Für beides braucht man rund 2000 Watt aus der Steckdose. Es kommt also eher darauf an, wie hoch man sie einstellt und wie lange man sie benutzt.

Und da dürfte der der Grill sogar ein bisschen günstiger abschneiden, weil er die Hitze direkt auf die Lebensmittel überträgt. Außerdem kann ein Grill im Freien nicht die Wohnung aufheizen – die man dann eventuell mit einer Klimaanlage wieder abkühlen würde.

Bildnachweise: Quality Stock Arts, shutterstock.com

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