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G20-Staaten sollen Corona-Hilfen mehr für nachhaltige Entwicklung nutzen
Climate Transparency: Industrienationen drohen trotz Trendwende bei CO₂-Emissionen Klimaziele zu verfehlen

In den zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländern hat es eine Trendwende im Kampf gegen die Klimawende gegeben: 2019 sanken die energiebezogenen CO2-Emissionen um 0,1 Prozent – zum ersten Mal in der modernen Geschichte, davor waren sie stetig angestiegen. Doch reicht dieser Trend aus, um die Klimaziele von Paris zu erreichen?

Anlässlich des G20-Gipfels Ende November 2020 hat die Initiative Climate Transparency in einem Report eine Bestandsaufnahme zum Fortschritt der wirtschaftlich stärksten Staaten in Sachen Klimaschutz vorgelegt. Das Konsortium von wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus zehn G20-Ländern untersucht in der Studie außerdem, ob die im Zuge der Covid-19-Pandemie verabschiedeten Hilfsprogramme Potential haben, die Energiewende voranzutreiben. Mit einem durchwachsenen Ergebnis.

Doch die guten Nachrichten zuerst: Dank gezielter politischer Maßnahmen in allen G20-Staaten lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix 2019 im Durschnitt bei 27 Prozent. Das ist ein Zuwachs um 20 Prozent seit 2014. Tendenz steigend, denn Prognosen zufolge werden die Kapazitäten 2020 in allen Ländern durchschnittlich um 1,1 Prozent ausgebaut. Am größten ist das Plus in Großbritannien (5,1 Prozent).

Strommix in den G20-Staaten: Erneuerbare Energien 2019 mit Anteil von 27 Prozent

Quelle: Enerdata, 2020

Prognostizierte prozentuale Veränderung des Erneuerbaren-Anteils im Strommix (2019 zu 2020)

Quelle: Enerdata, 2020

Viele Staaten ohne konkrete Pläne

Ernüchternder ist hingegen die Bewertung der Maßnahmen bezogen auf ihre Eignung, das Zwei-Grad-Ziel von Paris zu erreichen. Lediglich Indiens Pläne, bis 2030 die Emissionen um 33 bis 35 Prozent gegenüber 2005 zu reduzieren, sind demnach ausreichend. Fünf Länder verfolgen sogar eine „kritisch unzureichende“ Strategie, darunter Russland und die USA. Das EU-Ziel wird als „unzureichend“ eingestuft. Problematisch ist laut dem Report, dass viele Staaten noch immer kein konkretes Konzept zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in Schlüsselsektoren wie Verkehr und Industrie vorgelegt haben. Gleichzeitig ist vielerorts ein Schrumpfen des Baumbestands zu beobachten, wodurch der Atmosphäre weniger CO2 entzogen wird.

Die Autoren empfehlen sofortige Strategien gegen die Klimakrise: Die Förderung von fossilen Brennstoffen sollte schneller auslaufen, der Verkehr muss dekarbonisiert– nur Frankreich, Kanada, Japan und Großbritannien haben bisher Regelungen, die mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel sind – und die Industrie energieeffizienter werden. Als positives Beispiel dafür wird die deutsche Wasserstoffstrategie genannt.

Hilfsgelder an Bedingungen knüpfen

Nachbessern müssen die Staaten bei den in der Corona-Krise aufgelegten Hilfsprogrammen. Zwar sind die Emissionen der G20 im Jahr 2020 merklich gesunken, das deutet aber keinesfalls einen Trend an, im Gegenteil. Denn die Förderung könnte nicht nur die Wirtschaft wieder ankurbeln, sondern auch den Treibhausgasausstoß erhöhen: 30 Prozent der Gelder fließen in umweltintensive Sektoren, zehn Länder unterstützen die Kohle- und neun die Ölindustrie, 14 helfen Airlines aus, ohne das an Klimaschutzanforderungen zu koppeln. Positiv ist hingegen, dass alle Staaten außer Mexiko, Russland und Saudi-Arabien nachhaltige Industrien sowie den Ausbau der Erneuerbaren unterstützen wollen. Dem EU-Programm „Next Generation EU“ wird der stärkste Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz attestiert.

Um Jobs zu schützen und zu schaffen und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern, rät der Report Regierungen unter anderem, direkt in nachhaltige Infrastruktur zu investieren. Programme zur Aufforstung und für eine umweltverträglichere Landwirtschaft sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung sollten ebenfalls in die Wiederaufbau-Maßnahmen aufgenommen werden. Generell sei es unverzichtbar, Subventionen an Bedingungen zu knüpfen und Anreize wie Steuernachlässe für den Einsatz von Energie aus Erneuerbaren zu schaffen. Nur dann könne diese „einmalige Gelegenheit, Übergänge zu beschleunigen“ auch effektiv genutzt werden.

Bildnachweis: © Climate Transparency

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