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Interview Energiehandel
„Unternehmen zeigen mit PPAs, dass sie die Energiewende aktiv unterstützen“
Sven Kossack von RWE Renewables erklärt, wie langfristige Stromlieferverträge den Ausbau der Erneuerbaren fördern

Aus gutem Grund sind Sven Kossack und sein Team auf der diesjährigen e-world. Für RWE Renewables kümmern sie sich um die Vermarktung von Strom aus Windparks und Solaranlagen in Europa, beispielsweise mittels PPAs (Power Purchase Agreements). Da immer mehr PPAs in Europa abgeschlossen werden, sind sie auf dem europäischen Branchentreff ein wichtiges Thema. Sven Kossack, Head of Asset Commercialization Europe, nennt Gründe für die wachsende Bedeutung von längerfristigen Stomlieferverträgen im Erneuerbaren Geschäft.

en:former: Herr Kossack, Sie und ihr Team beraten Kunden bei Grünstrom-PPAs (Power Purchase Agreements), also bei langfristigen Stromlieferverträgen, mit denen sich Unternehmen Strom aus Windparks oder Solaranlagen sichern können. Wie sieht das Interesse generell aus?

Sven Kossack: PPAs in Europa sind ein überaus spannendes Feld, das sich gerade rasant entwickelt. Wir stellen ein sehr großes Interesse von Unternehmen am ganzen Thema Nachhaltigkeit fest. Wenn sich Unternehmen z.B. ihre CO2-Bilanz genauer anschauen, stellen sie häufig eins fest: Über die Strombeschaffung existieren sehr gute Instrumente, die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Eine langfristige Stromlieferung aus einer erneuerbaren Anlage kann eines dieser Instrumente sein.

Wie genau?

Mit solch einem Vertrag sichern sich Kunden über Jahre Strommengen aus z.B. Onshore- und Offshore-Windparks oder aus Solaranlagen zu festgelegten Preisen. Sie können damit ihren Stromverbrauch dekarbonisieren – also die mit der Stromerzeugung verbundenen CO2-Emissionen senken beziehungsweise sogar auf null bringen. Zudem zeigen Unternehmen mit einem PPA-Abschluss auch nach außen, dass sie die Energiewende aktiv unterstützen und Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energieträger wie Solar- und Windenergie ist ein wichtiges Anliegen für die Kunden, mit denen wir sprechen.

Inwiefern fördern PPAs den Ausbau der Erneuerbaren?

Grundsätzlich gilt beim Bau von neuen Anlagen: Ein langfristiger Stromabnahmevertrag erleichtert die Investitionsentscheidung erheblich. Beispielsweise können so kleinere Projektentwickler leichter Fremdkapital von Banken erhalten. Für uns als RWE Renewables, eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien, bedeuten PPAs allerdings in erster Linie eine erhöhte Investitionssicherheit, sie sorgen somit für eine höhere Investitionsbereitschaft. Vereinfacht gesagt: Je mehr des in Zukunft erzeugten Stroms schon verkauft ist, desto eher bauen wir den geplanten Windpark oder das Solarkraftwerk. Und allgemein für die ganze Branche gesprochen: Wenn mehr PPAs nachgefragt werden, werden Erzeuger auch mehr in neue Anlagen investieren. Unternehmen, die PPAs abschließen, bringen also nochmal mehr Dynamik in den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Welche Kunden interessieren sich für PPAs?

Auf der einen Seite sind das Kunden, denen – wie schon beschrieben – das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist. Dabei handelt es sich häufig um Unternehmen, die Konsumgüter für den Endverbraucher herstellen. Sie spüren den positiven Druck des Verbrauchers und setzen sich ehrgeizige Klimaziele. Auf der anderen Seite sind es Großverbraucher, die die PPAs als strategisches Instrument sehen, langfristig ihren Strombezug bzw. ihren Stromeinkaufspreis zu sichern. Für sie spielt das Thema Preissicherheit eine große Rolle.

Welche Vorteile bieten PPAs in dieser Hinsicht?

Für unsere Kunden sind PPAs eine Möglichkeit sich langfristig wettbewerbsfähige Stromeinkaufskonditionen zu sichern. Dies schafft entsprechende Planungssicherheit, die vor allem für produzierende Industriekunden, bei denen die Strombezugskosten oft einen hohen Anteil an ihren Gesamtkosten ausmachen, von großer Bedeutung ist.

Kommen PPAs für alle Unternehmen in Frage?

Grundsätzlich ja. Bei RWE Renewables haben wir keine Strommindestabnahmemenge. Allerdings sind PPAs zum jetzigen Zeitpunkt noch immer komplexere Transaktionen, sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite. Dementsprechend ist es momentan eher für den mittelgroßen bis großen Stromabnehmer interessant.  Allerdings arbeiten wir daran, dass die Verträge weniger komplex und für mehr Kunden interessant werden. Eine mögliche Lösung sehen wir schon jetzt in anderen europäischen Ländern: In Großbritannien haben sich beispielsweise mehrere Universitäten, die einzeln zu klein gewesen wären, zusammengeschlossen, um gemeinsam einen PPA abzuschließen.

Wie sieht die Nachfrage in Deutschland aus?

In Deutschland waren PPAs lange gar kein Thema, denn sie sind mit dem EEG-Fördersystem nur schwer kompatibel. Mittlerweile jedoch sehen wir die ersten Abschlüsse. Beispielsweise hat die Deutsche Bahn mit den Kollegen der RWE Supply & Trading (RWEST) und unseren zukünftigen Kollegen von Innogy Renewables kürzlich einen PPA abgeschlossen, um einen wachsenden Anteil ihres Bahnverkehrs mit regenerativ erzeugtem Strom zu versorgen. Gleichzeitig bemerken wir eine stark wachsende Nachfrage, die durch eine ganze Reihe großer Industriekunden forciert wird.

Sind Sie auch deshalb auf der E-World?

Genau. Für Deutschland ist die E-World die wichtigste Energiemesse. Unser PPA-Team wird durchgehend am RWE-Stand präsent sein. Dort können wir zusammen mit Kollegen von RWE Supply & Trading (RWEST) Kunden beraten. Der Vorteil: Zusammen mit den  Kollegen von RWEST haben wir eine große Expertise im  deutschen Markt aber  natürlich auch in Energiemärkten weltweit.

Sie haben die Zusammenarbeit mit RWEST erwähnt. Wie wichtig sind PPAs insgesamt für die neue RWE?

Als einer der größten Player bei den Erneuerbaren Energien weltweit haben wir sowohl große Investitionsmöglichkeiten als auch viele Projekte in der Entwicklungsphase, die wir in den kommenden Jahren realisieren wollen und können. Das bedeutet: Wir können die wachsende Nachfrage nach PPAs in verschiedenen Ländern bedienen und gleichzeitig mithilfe von PPAs mehr Projekte umsetzen. Die Kosten für die Erneuerbare Stromerzeugung sind mittlerweile immer stärker zurück gegangen, so dass es für Kunden mehr und mehr interessant wird, regenerativ erzeugten Strom direkt bei uns zu kaufen.​

E-world Special im en:former
Der en:former ist auch in diesem Jahr für Sie vor Ort und begleitet die E-world energy & water vom 11. bis 13. Februar 2020. In verschiedenen Specials berichten wir über Innovationen, Trends und Kongresse. Bleiben Sie en:formiert!

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