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Die Ostsee als Stromlieferant
Ab 2025 soll polnischer Offshore-Windstrom fließen. Mitte der 2030er Jahre gehen Kohlekraftwerke vom Netz

Kräftige, stete Winde über ruhiger, seichter See – das ist genau, was man braucht, um Windstrom auf dem Meer zu erzeugen. Und die Ostsee bietet eine ganze Menge davon. Von den aktuell 20 Gigawatt (GW) Offshore-Kapazität in Europa sind laut einer aktuellen Studie des europäischen Branchenverbandes WindEurope zwar nur zwei GW in der Ostsee installiert, bis 2030 dürften es aber neun werden. Mit ein wenig ambitionierterer Politik, so WindEurope, könnten es sogar 14 GW werden.

Einen erheblichen Anteil daran will offenbar Polen stellen: zehn vielleicht sogar zwölf GW Strom könnte das Land in Zukunft allein mit der heute verfügbaren Technologie vor seiner Küste erzeugen, heißt es in verschiedenen Studien. Und Polen will dieses Potenzial nutzen, um seine Stromversorgung auf nachhaltige Füße zu stellen.

Um seine international verpflichtenden Klimaziele zu erreichen, muss Polen ab 2030 mindesten 35 Prozent seines Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Quellen decken. Nach Zahlen der nationalen Statistikbehörde lag die Quote für das Jahr 2018 lediglich knapp über elf Prozent.

Neue Erzeugungskapazität aufbauen

Der Aufbau neuer Erzeugungskapazität erscheint ohnehin unausweichlich, wenn das Land nicht mittelfristig auf umfangreiche Stromimporte angewiesen sein will: Denn laut einer Studie des polnischen Thinktanks Forum Energii wird Polens Kapazitätsbedarf bis Mitte des Jahrhunderts deutlich steigen: von 43 GW im Jahr 2017 auf mindestens 60 GW. Gleichzeitig würden bis Mitte der 2030er Jahre Anlagen mit rund 14 GW stillgelegt; dies sind vor allem Kohlekraftwerke, die ans Ende ihrer Laufzeit gelangen.

Einen erheblichen Anteil des Ausbaubedarfs will Polen anscheinend mit Windstrom aus der Ostsee decken. Insgesamt gebe es 13 Projekte für Offshore-Windanlagen, berichtet das niederländische Branchenportal OffshoreWIND.biz. Bis zum Jahr 2040 sollen damit 10 GW Erzeugungskapazität installiert werden. Bei hoher Auslastung könnten damit bis zu 25 Prozent des polnischen Stroms erzeugt werden, heißt es.

Das Rennen ist eröffnet

Nach Einschätzung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft GTAI sind zwei Projekt des Joint Ventures des polnischen Energieunternehmens Polenergia mit Equinor am weitesten vorangeschritten: Der norwegische Staatskonzern hat sich bereits im Jahr 2018 jeweils 50 Prozent an den Windfarmen Baltyk II und III gesichert. Ende 2019 gaben beide Unternehmen bekannt, dass sie auch Baltyk I gemeinsam entwickeln wollen. Insgesamt geht es hier um eine Kapazität von 3 GW. Der erste Strom soll im Jahr 2025 fließen.

Auch Polens größtes Energieunternehmen PGE will schon bald Ostseewind ernten: Nach Unternehmensangaben will PGE 2023 mit dem Bau eines 1-GW-Parks beginnen, 2026 soll er ans Netz gehen. Bis zum Jahr 2030 sollen weitere 1,5 GW installiert sein.

Im Oktober 2018 gab das Unternehmen gemeinsam mit dem Branchenführer Orsted bekannt, Gespräche über eine 50-prozentige Beteiligung der Dänen an jedem der beiden Projekte zu führen. Orsted ist der weltgrößte Betreiber von Offshore-Windparks mit einer installierten Kapazität von 7,45 GW in Nordamerika, Asien und Europa.

RWE engagiert in der Ostsee

Auch die neue Nummer zwei der Offshore-Wind-Branche ist in Polen dabei: Im November hat RWE Renewables die Lizenzen für vier Offshore-Projekte mit einer Gesamtkapazität von 1,5 GW erworben. Die vier Projekte, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden, liegen alle an der Sandbank von Slupsk in der zentralpolnischen Ostsee. Die Entwicklungsaktivitäten werden in den nächsten Jahren fortgesetzt, um mit der Bauphase bereits 2023 beginnen zu können.

Seit dem Asset-Tausch mit E.ON im Oktober 2019 betreibt die neu gegründete RWE-Tochter Offshore-Anlagen mit einer installierten Kapazität von 2,5 GW. Dabei verfügen sie auch über Erfahrung in der Ostsee: Seit 2019 versorgt der Windpark Arkona, die bislang größte Offshore-Windfarm der Ostsee, bis zu 400.000 Haushalte mit regenerativ erzeugtem Strom. Arkona liegt 35 Kilometer nordöstlich von Rügen und ist nicht weit von der polnischen ausschließlichen Wirtschaftszone entfernt.

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