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Energieverbrauch im Jahr 2021 leicht gestiegen
Statistiken sehen gestiegene Stromerzeugung durch konventionelle Kraftwerke – Erneuerbare produzieren weniger

Bis die endgültigen Zahlen zum Energieverbrauch und zur Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2021 veröffentlicht werden, dauert es noch etwas. Doch schon jetzt liegen vorläufige Daten von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) und vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zum Energiejahr 2021 in Deutschland vor. Der en:former hat die wichtigsten Zahlen kurz zusammengefasst.

Energieverbrauch steigt, weil Wirtschaft wächst

Zunächst der Trend mit den größten Auswirkungen auf die Energiebranche: Der gesamte Energieverbrauch (Primärenergieverbrauch, also der Energiegehalt aller im Inland eingesetzten Energieträger) in Deutschland ist 2021 gestiegen, und zwar um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 12.193 Petajoule (PJ). Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) hat diese Zahlen errechnet und nennt als Gründe für den Verbrauchsanstieg die wirtschaftliche Erholung sowie eine kühlere Witterung im ersten Halbjahr. Allerdings lag der Energieverbrauch noch unter dem von 2019. Grund dafür sind die vielen Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie.

Schaut man sich den Energieverbrauch genauer an, ergibt sich ein überraschend differenziertes Bild: Während der Verbrauch von Mineralöl deutlich zurückging (-5,1 Prozent), hat der von Erdgas und Strom zugenommen. Erdgas kommt auf ein Plus von fast vier Prozent, Strom auf eines von fast drei Prozent.

Mehr Gas, Strom und Kohle gebraucht  

Laut BDEW lässt sich der Anstieg beim Gasverbrauch vorläufig mit zwei Entwicklungen erklären: Zum einen sorgte das kältere Wetter bis Mai dafür, dass mehr Erdgas zum Heizen gebraucht wurde, und zum anderen stieg die Nachfrage in der Industrie, weil die Wirtschaft wuchs. Das führt dazu, dass der Erdgasverbrauch mit 1.003 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) so hoch lag wie zuletzt 2006.

Wegen des Wirtschaftswachstums wuchs auch der Stromverbrauch in allen Bereichen, so die Analyse des BDEW. Die Industrie, der Dienstleistungssektor, die privaten Haushalte und der Verkehrssektor brauchten im vergangenen Jahr mehr Strom. Mit rund 562 Mrd. kWh lag der Bruttoinlandsstromverbrauch allerdings unter dem Niveau von 2019.

Der steigende Strombedarf, ungünstigere Windbedingungen als 2020, die insbesondere für Erdgas stark gestiegenen Preise und das Wirtschaftswachstum sorgten laut AG Energiebilanzen dafür, dass der Bedarf sowohl an Braun- als auch an Steinkohle deutlich stieg (+18 und 17,9 Prozent). Dagegen sank der Beitrag der Erneuerbaren zum Gesamtenergiebedarf leicht ab (-0,2 Prozent). Trotz der 2021 verzeichneten Zuwächse war der Verbrauch an Steinkohle und an Braunkohle niedriger als im Vor-Corona-Jahr 2019.

Entwicklung des Primärenergieverbrauchs 2021 in Deutschland

in Prozent, Quelle: AG Energiebilanzen e.V.

Stromerzeugung: EE-Anteil geht zurück

Der Brutto-Inlandsstromverbrauch von insgesamt rund 562 Mrd. kWh wurde 2021 zu 42,4 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt. 2020 hatte der Anteil 45,8 Prozent betragen. Weil der Wind schwächer wehte als 2020, ging die Windstromproduktion zurück. Dagegen produzierten Kohle- und Kernkraftwerke mehr Strom, um den steigenden Bedarf zu decken. Trotz dieses Anstiegs war die Stromerzeugung sowohl aus Kohle als auch aus Kernenergie niedriger als im Jahr 2019.

Der Strommix in Deutschland 2021

in Prozent, Quelle: BDEW

Wind bleibt wichtigste Energiequelle

Dabei blieb die Windenergie (also Onshore und Offshore Wind zusammen) mit einem Anteil von 20,1 Prozent die Energiequelle mit dem höchsten Anteil bei der Stromerzeugung. Allerdings produzierte sie mit 117,3 Terawattstunden (TWh) 14,5 Prozent weniger Strom als 2020. Der Anteil der Onshore-Windstromproduktion betrug circa 92 TWh und die der Offshore-Produktion etwa 25 TWh.

Kohleverstromung steigt, die von Gas sinkt

Danach kam die Braunkohle mit einem Anteil von 18,6 Prozent an der Bruttostromerzeugung. Die Kraftwerke steigerten ihre Produktion auf 108 TWh brutto, was ein Plus von 18 Prozent ist – 2020 war die Produktion Corona-bedingt allerdings auch sehr stark eingebrochen. Im Vergleich zu 2019 erzeugten die Braunkohlekraftwerke allerdings weniger Strom. Angesichts des eingeleiteten Kohleausstiegs und der Außerbetriebnahmen von weiteren Kraftwerksblöcken wird sich der Trend der sinkenden Braunkohleverstromung weiter fortsetzen.

Auf Platz drei, vier und fünf lagen Erdgas, Kernenergie und Steinkohle. Während Kernkraftwerke und Steinkohlekraftwerke ihre Produktionen steigerten, ging die Stromerzeugung von Gaskraftwerken zurück. Dabei bedingten sich die Entwicklungen zum Teil wechselseitig: Aufgrund der hohen Gaspreise in der zweiten Jahreshälfte kam es zu einem Brennstoffwechsel (fuel shift) von Gas zu Steinkohle.

Bruttostromerzeugung 2019, 2020 und 2021 nach Energieträger

in TWh, Quelle: AG Energiebilanzen e. V.

Solarenergie mit leichtem Plus und den höchsten Zubauraten

Die Solarenergie konnte ihre Produktion leicht steigern. Sie war mit einem Anteil von 8,8 Prozent an der gesamten Bruttostromerzeugung zweitwichtigste erneuerbare Energiequelle.  Erfreulich: Von allen Energieträgern wuchs die Kapazität der Solarenergie am stärksten. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) wurden insgesamt etwa 240.000 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 5,3 Gigawatt neu gebaut.

Dagegen haben sich die installierte Leistung von Biomasse und Wasserkraft und ihr Anteil am Strommix kaum verändert.

Bildnachweis: © RWE AG

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