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Gas für die Transformation zur Klimaneutralität weiterhin wichtig
Gastbeitrag von Pascal Hader und Christoph Jugel von der dena zur Rolle von Gas im klimaneutralen Deutschland

Aktuell besteht die Energieversorgung in Deutschland zu knapp 60 Prozent aus fossilen gasförmigen und flüssigen Energieträgern. Erdgas spielt dabei eine bedeutende Rolle zur Wärmebereitstellung im Gebäudesektor (42 Prozent) sowie in der Industrie (38 Prozent für energetische, prozessuale und stoffliche Nutzung). Darüber hinaus wird es für die Stromerzeugung (13 Prozent) und die Fernwärmebereitstellung (7 Prozent) verwendet. Die Transformation zur Klimaneutralität zeigt aber in Übereinstimmung aller Studien, dass der Anteil von Strom am Endenergieverbrauch deutlich ansteigen wird. In der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität vom Oktober dieses Jahres wächst der Stromanteil von aktuell 21 Prozent auf 49 Prozent im Jahr 2045.

Gleichzeitig wird das klimaneutrale Energiesystem weiter auf Moleküle angewiesen sein. Für Klimaneutralität werden diese dann vollständig erneuerbar erzeugt sein müssen. Für die erneuerbare Herstellung von Wasserstoff und synthetischen Folgeprodukten gibt es bereits heute die technischen Möglichkeiten. Diese befinden sich jedoch noch am Anfang des Markthochlaufs und benötigen zudem große Mengen erneuerbaren Stroms sowie für synthetische Kohlenwasserstoff eine nachhaltige CO2-Quelle. Strom wird daher nicht nur für die Elektrifizierung benötigt, sondern auch in großen Mengen für die Herstellung von klimaneutralen Gasen und Flüssigkeiten (Powerfuels). Dies verstärkt die Notwendigkeit eines deutlich beschleunigten Ausbaus Erneuerbarer Energien. Wenn wir es ernst meinen mit der Energiewende muss sich daher die installierte Leistung von Wind und PV allein bis 2030 verdoppeln und bis 2045 sogar vervierfachen, zeigt die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität

Für die Transformation zur Klimaneutralität bleibt Gas jedoch von wichtiger Bedeutung. Zwei grundsätzliche Komponenten spielen hier eine Rolle. Erstens sehen wir in der dena-Leitstudie in einem Technologiemix die Möglichkeit, eine robustere Zielerreichung zu ermöglichen: Die Bereitstellung von Powerfuels in großem Ausmaß ist überaus ambitioniert. Gleichzeitig sind jedoch auch alle weiteren Voraussetzungen bei der Elektrifizierung und Effizienzgewinnen sehr ambitioniert.  So empfiehlt die dena-Leitstudie im Sinne einer robusten Strategie, höhere Kosten in Kauf zu nehmen, um auch einzelne Zielverfehlungen abfedern zu können.

Zweitens kann auch fossiles Erdgas in den kommenden Jahren in einer Übergangszeit im Vergleich zum Einsatz von Kohle zur Emissionsminderung beitragen. Erdgas kann hier als Brücke dienen und in Anwendungen eingesetzt werden, für die der klimaneutrale Wasserstoff noch in ausreichenden Maßen fehlt. Um den Technologiewechsel zu beschleunigen, kann beispielsweise in der Stahlindustrie bei Prozessen übergangsweise von Kohle auf Erdgas umgestellt werden. Bereits die Umstellung von Hochöfen auf Direktreduktionslagen und Betrieb mit Erdgas führt zu Treibhausgaseinsparungen.

Trotz der starken Erhöhung von Flexibilitätsoptionen und Speicherkapazitäten zeigen die dena-Leitstudie, dass für lange Perioden niedriger erneuerbaren Stromeinspeisung und hohen Verbrauchs weiterhin steuerbare Kraftwerke notwendig sind. Diese Back-Up Kraftwerke sollten im klimaneutralen Energiesystem wasserstofffähige Gaskraftwerke sein. Zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit müssen daher bereits bis 2030 große Mengen an Gaskraftwerken installiert werden, die bereits 2025 direkt wasserstofffähig oder durch überschaubaren Aufwand umrüstbar sein sollten.

Diese Gaskraftwerke müssen übergangsweise mit fossilem Erdgas betrieben werden, bevor ausreichend Wasserstoff zur Verfügung steht. Der Wasserstoff wird zukünftig in modernen Kraftwerken in Zeiten niedriger Erneuerbaren-Einspeisung über die Rückverstromung zur Versorgungssicherheit beitragen.

Klimaneutralität bedeutet immense Veränderungen und einen Transformationsbedarf in allen Branchen. Gerade der Gasbranche wird es obliegen, ihr heute noch überwiegend fossiles Geschäft in ein klimaneutrales zu verwandeln, damit Gas seinen Beitrag zur Klimaneutralität leisten kann.

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