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Strombedarf wächst schneller als die Weltbevölkerung
EIA-Daten zeigen deutliche Unterschiede beim Anstieg des Stromverbrauchs pro Kopf in verschiedenen Ländern

„Die Erbringung einer Dienstleistung mit einem größeren wirtschaftlichen Wert erfordert nicht notwendigerweise mehr Strom als eine Dienstleistung mit einem niedrigeren Wert.“

Dies ist nur eine der Schlussfolgerungen, zu denen die US-Energieinformationsbehörde (EIA) in einer im Juni veröffentlichten Studie kommt. Thema der Untersuchung ist dabei das weltweite Wachstum des Pro-Kopf-Stromverbrauchs. Die Studie zeigt, dass Wirtschaftswachstum auch ohne zusätzlichen Strombedarf möglich ist – eine wichtige Erkenntnis vor allem für diejenigen Länder, die zur Bekämpfung des Klimawandels verstärkt auf regenerative Energien umsteigen.

Allerdings stellt die EIA auch gleichzeitig fest, dass der weltweite Stromverbrauch schneller wächst als die Weltbevölkerung, so dass jede Person im Durchschnitt immer mehr Strom verbraucht.

Industriestaaten: Trotz Wirtschaftswachstum bleibt Verbrauch stabil

In den Industriestaaten ist der Stromverbrauch pro Kopf insgesamt zurückgegangen, allerdings auf sehr unterschiedlichem Niveau. In den USA ist der Verbrauch pro Kopf beispielsweise zwischen 2000 und 2017 zwar um fast sieben Prozent zurückgegangen, liegt aber mit etwa 12.000 Kilowattstunden pro Jahr (kWh/Jahr) weiterhin auf einem sehr hohen Niveau weltweit. Ähnlich dazu haben auch Japan und Deutschland im gleichen Zeitraum nur ein geringes Wirtschaftswachstum verzeichnet, der Pro-Kopf-Verbrauch ist ungefähr gleich geblieben und liegt bei knapp unter 8.000 kWh/Jahr bzw. knapp über 6.000 kWh/Jahr. Während Deutschland fast 50 Prozent weniger Strom pro Person verbraucht als die USA, liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (Zahlen von 2018) bei rund 75 Prozent dem der USA. Der Strom wird also sehr viel effektiver genutzt.

Hinter den US-Verbrauchszahlen verbergen sich laut EIA jedoch auch enorme Unterschiede innerhalb der Vereinigten Staaten selbst. Der pro Kopf verbrauchte Strom liegt beispielsweise im Bundesstaat Wyoming bei über 25.000 kWh/Jahr – im Vergleich dazu beträgt er in Kalifornien weniger als 7.000 kWh/Jahr. Die analysierten Daten der wirtschaftlich entwickelten Länder zeigen, dass mit zunehmender Reife der Wirtschaft der Stromverbrauch pro Kopf nicht zwangsweise ansteigen muss und dass andere Industriestaaten deutlich unter dem Verbrauchsniveau der USA liegen. Je nach Ausprägung der jeweiligen Wirtschaft, stabilisiert sich der Stromverbrauch pro Person stattdessen auf unterschiedlichen Niveaus.

Vergangenheit als Wegweiser für die Zukunft?

Nichtsdestotrotz gibt es keine Garantien dafür, dass sich diese Trends auch in der Zukunft fortsetzen werden. Vor allem das Null-Emmissionsziel vieler Staaten um den Klimawandel zu bekämpfen bedeutet eine Zäsur. Die angestrebte Dekarbonisierung in den Sektoren Verkehr und Wärme wird nur mit einer stärkeren Elektrifizierung gelingen. Als logische Konsequenz dürfte dadurch der Stromverbrauch pro Kopf sowohl in den Industrie- als auch Entwicklungsländern steigen.

Gleichzeitig stellt die IEA fest, dass die Länder ihre Energie besser nutzen müssen. Laut dem von der Agentur veröffentlichten Bericht Energy Efficiency Indicators 2019 werden viele Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz bisher nicht genutzt. Da eine Dekarbonisierung des Verkehrs- und Wärmesektors zu einer erhöhten Stromnachfrage führen wird, sollten seitens der EU gleichzeitig Maßnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs in anderen Bereichen vorgenommen werden – beispielsweise bei der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden.

Wachstum in Entwicklungsländern

Im Gegensatz zu den Ländern mit einer stärkeren und stabileren Wirtschaft, befindet sich die Zahl des pro Kopf verbrauchten Stroms in den Entwicklungsländern in einem stetigen Aufwärtstrend und zeichnet sich laut EIA so tatsächlich fast alleinverantwortlich für den Anstieg des weltweiten Stromverbrauchs zwischen 2000 und 2017.

Dies hat vor allem zwei Gründe:

Zum einen führen die in wirtschaftlich starken Staaten steigenden Einkommen zu einer immer weiterwachsenden Industrialisierung, welche in den meisten Fällen in Entwicklungsländer ausgelagert wird. Zum anderen stehen diese Entwicklungsländer bei der Dekarbonisierung ihrer Energiesysteme aufgrund von fehlenden Strukturen und Ressourcen vor einer viel größeren Herausforderungen als die Industrieländer.

Dabei müssen sie nicht nur die bereits bestehende Stromversorgung dekarbonisieren, sondern auch neue Kapazitäten für regenerativ erzeugte Energien zur Deckung der kontinuierlich steigenden Stromnachfrage schaffen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Bildnachweis: shutterstock.com, Owen Suen

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