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IEA zeigt ambitionierten Pfad zur Netto-Null auf
Um den Klimawandel zu begrenzen, ist im nächsten Jahrzehnt ein nie dagewesener Ausbau der Erneuerbaren notwendig

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihren neuen Bericht „Net Zero by 2050, A Roadmap for the Global Energy Sector“ (auf Englisch) veröffentlicht. Dieser zeigt auf, wie die Welt ihre Treibhausgasemissionen (THG) bis 2050 reduzieren und den globalen Klimawandel auf 1,5 Grad Celcius begrenzen kann. Laut der Agentur sind schon jetzt verschiedene Maßnahmen erforderlich, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen – vor allem in Form kurzfristiger Vorhaben, die die Staatengemeinschaft schnell auf den richtigen Weg bringen sollen.

Dennoch gäbe es selbst dabb noch eine erheblich Diskrepanz zwischen dem, was die Regierungen ursprünglich angekündigt hatten umsetzen zu wollen, und dem, was bislang an kurzfristigen und effektiven Maßnahmen tatsächlich umgesetzt worden ist. Selbst wenn alle bislang getätigten Versprechen seitens der Länder eingehalten würden, so die IEA, würde das globale Temperaturniveau bis 2100 trotzdem um 2,1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau steigen.

Rückgang fossiler Brennstoffe

Neben den für 2021 bereits beschlossenen Maßnahmen und Projekten, benennt der Bericht für einen erfolgreichen Weg hin zur Netto-Null einen weiteren wichtigen und erforderlichen Schritt: Keine neuen Öl- und Gasprojekte genehmigen und keine Eröffnung oder Erweiterung neuer beziehungsweise alter Kohleminen. Sollten diese Empfehlungen umgesetzt werden, hätte dies einen erheblich frühzeitigeren Rückgang der Nutzung und Nachfrage an fossilen Brennstoffe zur Folge.

Die Agentur geht außerdem davon aus, dass die bislang grenzenlos scheinende Kohlenachfrage um 90 Prozent zurückgehen und im Jahr 2050 nur noch ein Prozent des gesamten Energieverbrauchs ausmachen würde. Auch die Ölnachfrage würde den Höchststand von 2019 nie wieder erreichen und von 88 Millionen (Mio.) Barrels pro Tag (BPD) im Jahr 2020 auf 24 Mio. BPD im Jahr 2050 sinken.

Dem neuen Report zufolge würden neue Investitionen in bereits bestehende und genehmigte Ölquellen den jährlichen Rückgang fossiler Brennstoffquellen von etwa acht auf 4,5 Prozent beschränken. Der Erdgasverbrauch würde außerdem Mitte bis Ende der 2020er Jahre seinen Höhepunkt erreichen und anschließend bis 2050 um 55 Prozent auf nur noch 1.750 Milliarden (Mrd.) Kubikmeter sinken. Dies hätte zur Folge, dass die übriggebliebene Produktion fossiler Brennstoffe in den Händen der Produzenten mit den niedrigsten Kosten konzentriert wäre. Der von der Organisation Erdöl-exportierender Länder (OPEC) kontrollierte Anteil am Ölmarkt würde laut IEA-Prognose bis 2050 auf den höchsten jemals erreichten Wert von 52 Prozent steigen – dem gegenüber würde das jährliche Pro-Kopf-Einkommen aus der Öl- und Gasproduktion in den Förderländern jedoch bis zu den 2030er Jahren um 75 Prozent einbrechen.

PV und Windkraft als Treiber der Energiewende

Während laut IEA der Verbrauch fossiler Brennstoffe deutlich sinken müsste, sollte der Ausbau Erneuerbarer Energien gleichzeitig beschleunigt werden. Um das Netto-Null-Ziel bis 2050 erreichen zu können, müsse es im nächsten Jahrzehnt bei den Erneuerbaren eine noch nie zuvor dagewesene Expansion geben.

Die beiden Schlüsseltechnologien dabei sollen vor allem Photovoltaik und Windkraft sein. Erneuerbare insgesamt – also Solarenergie, Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie – müssten im Jahr 2050 bereits zwei Drittel der gesamten Energieversorgung ausmachen. Die Solar-Kapazität müsste sich dafür beispielsweise um das 20-Fache vervielfachen und damit zum größten Energieträger werden, Windkraft müsste sich laut IEA um das 11-fache zulegen.  Auch der Verbrauch emissionsarmer Kraftstoffe – also Biogase, Wasserstoff und wasserstoffbasierte Kraftstoffe – würde im dargestellten Szenario schnell zunehmen: Von einem Prozent der globalen Energieversorgung in 2020 auf ganze 20 Prozent in 2050. Flüssige Biokraftstoffe würden zu diesem Zeitpunkt außerdem schon 45 Prozent des verwendeten Kraftstoffs in der Luftfahrtindustrie ausmachen.

Ein ebenfalls essenziell wichtiger Faktor für das Erreichen des Netto-Null-Ziels ist eine Steigerung der Energieeffizienz. Dafür müsste die jährliche Verbesserungsrate bei der Energieintensität bis 2030 im Schnitt vier Prozent betragen – also das Dreifache des durchschnittlichen Werts der vergangenen 20 Jahre. Einen Großteil dieser Verbesserung können und sollen neue und bessere Erneuerbaren-Technologien ermöglichen. Jedoch sei eine allgemeine Verhaltensänderung jedes Einzelnen und von Unternehmen nicht minder wichtig und für eine positive Entwicklung ebenfalls erforderlich.

Unterstützung bei innovativen Lösungen

Laut IEA sind viele emissionsarme Technologien noch weit weg von einer kommerziellen Nutzung. Um dies zu ändern, sind laut IEA große und innovative Fortschritte im Bereich der Erneuerbaren notwendig. So müssten sich der Agentur nach bis 2050 neue technologische Ansätze schon für fast die Hälfte des erforderlichen Treibhausgasrückgangs verantwortlich zeichnen. Drei Teilbereiche werden im Bericht besonders hervorgehoben: Fortschrittliche Batteriesysteme, Elektrolyseure und das „Direct Air Capture- and Storage“-Verfahren. Doch nicht nur in diesen Sektoren müssten Veränderungen angestoßen werden: Innovationen sollten immer auch mit einem groß angelegten Aufbau neuer Infrastrukturen einhergehen – beispielsweise mit neuen Wasserstoff-Pipelines und Transportsystemen für abgeschiedenes Kohlendioxid.

Kurzfristige Maßnahmen erforderlich   

Über 400 Meilensteine: So viele müssten laut dem IEA-Bericht bei allen Sektoren und Technologien insgesamt erreicht werden, um die beschriebenen Ziele umsetzen zu können. Gleichzeitig mahnt die Agentur das nur kleine Zeitfenster an, in dem die verantwortlichen Regierungen, Investoren, Unternehmen und Einzelpersonen die vorgeschlagenen Maßnahmen in die Tat umsetzen sollten, „damit das Ziel nicht endgültig außer Reichweite gerät“.

Der von der IEA dargebotene Pfad sei zwar nicht die einzige Möglichkeit, die Netto-Null in absehbarer Zeit zu erreichen. Doch nach der Analyse verschiedener Modelle ist die Agentur davon überzeugt, den technisch machbarsten, kosteneffektivsten und gleichzeitig sozial verträglichsten Lösungsvorschlag vorgelegt zu haben.

Bildnachweis: © IEA

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