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USA: Überholen Erneuerbare im kommenden Jahr die Kohle?
Ab 2021 könnten die USA mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kern- oder Kohlekraft gewinnen

Diesmal soll es mehr als eine Momentaufnahme sein: Bereits im April 2019 hatten die Erneuerbaren mehr Strom erzeugt als Kohle- oder Kernkraft. Doch schon kommendes Jahr könnte der Anteil erneuerbarer Energie im Strommix der USA insgesamt über dem von Kernkraft und von Kohle liegen. Das hat die US-Behörde für Energieinformationen (EIA) ausgerechnet.

„Technisch sieht es so aus, dass alle Erneuerbaren gemeinsam die Produktion der Kohlekraftwerke übertreffen.“ Tylor Hodge, EIA-Ökonom

Nach aktuellsten EIA-Prognosen wird der Anteil der Kernkraft 2021 leicht sinken, aber weiter um 20 Prozent liegen. Der Kohlestromanteil würde demnach in den nächsten zwei Jahren von 24,4 Prozent auf 21,2 Prozent fallen, während der Anteil grünen Stroms auf 21,4 Prozent steigt. „Technisch sieht es so aus, dass alle Erneuerbaren gemeinsam die Produktion der Kohlekraftwerke übertreffen“, schreibt EIA-Ökonom Tylor Hodge dem en:former auf Nachfrage. „Aber sie liegen so nah bei einander, dass ich sagen würde, sie werden gleichauf sein.“

Kein Weg zurück

Welche der beiden Energiequellen im Jahr 2021 letztlich mehr Strom liefert – die Entwicklung, die sich hier abzeichnet, erscheint unumkehrbar: Seit 2008 sinkt die Kohlestromproduktion der USA fast stetig, während Erneuerbare und Erdgas als Energiequellen an Bedeutung gewinnen. Seit 2016 ist Erdgas der wichtigste Primärenergieträger zur Stromerzeugung. Heute liegt der Anteil bei rund 38 Prozent.

Entwicklung erscheint unumkehrbar:
Seit 2008 sinkt die Kohlestromproduktion in den USA fast stetig, Erneuerbare und Erdgas gewinnen dagegen an Bedeutung. Seit 2016 ist Erdgas der wichtigste Primärenergieträger zur Stromerzeugung.

Die seitdem neu errichteten Erzeugungsanlagen nutzen zu etwa gleichen Teilen Erdgas und erneuerbare Energiequellen. Vor allem waren das Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) sowie Onshore-Wind- und Photovoltaikkraftwerke.

Der Bau von Kohle- oder Kernkraftmeilern dagegen ist in den USA praktisch zum Erliegen gekommen. Ab 2023, prognostizierte die EIA im März 2019, würden solche Kraftwerke in den USA gar nicht mehr gebaut.

Neues Gas und alte Kraftwerke

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Zum einen ist da der Fracking-Boom. Das Schiefergas fließt in solchen Mengen, dass selbst rasant steigende Exporte via Pipeline nach Mexiko und der Bau von LNG-Terminals für den Gasexport die Preise kaum auf das Niveau früherer Jahre heben konnten.

Zudem kommen große Teile der konventionellen Kraftwerksflotte der USA am Ende ihrer Laufzeit in die Jahre. Die Kohlekraftwerke wurden maßgeblich zwischen 1965 und 1985 erbaute. Auch die Kernkraftwerke sind im Durchschnitt 39 Jahre alt.

Den Neubau solcher Anlagen haben Umweltaktivisten gestört, wo und wie es ihnen möglich war. Die Folge waren kostspielige Verzögerungen im Bau, aber auch der Anreiz für Stromerzeuger, auf sauberere Formen der Energiegewinnung zu setzen.

Die Zeit ist reif

Billiges Erdgas, sinkende Kosten für Wind- und Solarstromanlagen sowie der Wunsch nach emissionsärmerer Energiegewinnung – all das führt dazu, dass konventionelle Kraftwerke am Ende ihrer Laufzeit kaum noch durch ihresgleichen ersetzt werden.

Nachdem bereits einige Kohlekraftwerke stillgelegt wurden, gehen laut EIA im Laufe der Jahre 2019 und 2020 noch einmal 18,5 Gigawatt (GW), also etwa acht Prozent der Kohlestromkapazität, vom Netz. Zudem würden bis Ende 2021 fünf Kernkraftwerke abgeschaltet.

Prognose: Anteil nach Sektoren an US-Stromerzeugung bis 2021 in Prozent (Quelle: IAE)

Im Gegenzug erwartet die Statistikbehörde ein weiteres Wachstum der Erneuerbaren-Kapazität, die künftig durch einen weiteren, gerade erst aufkeimenden Sektor ergänzt werden dürfte: die Offshore-Windkraft.

Grünes Licht für sinkende Emissionen

Wie in Deutschland liegt der Weg der Stromerzeuger zu einer emissionsärmeren Produktion geebnet – und das nicht nur relativ. Auch in absoluten Zahlen dürften die Treibhausgasemissionen der US-Stromsektors sinken, weil nach EIA-Schätzungen der Bedarf nahezu konstant bleibt.

Neben einer höheren Effizienz durch Nutzung von GuD-Kraftwerken und Kraftwärmekopplung rechnen die Statistiker auch mit geringerem Heiz- und Kühlbedarf dank milderer Temperaturen im Sommer und im Winter.

Im Ergebnis dürften die Treibhausgasemissionen laut EIA in diesem Jahr um 2,7 Prozent sinken, nach 2,3 Prozent im vergangenen Jahr. 2021 sollen sie dann um weitere 0,5 Prozent fallen.

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