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Amazon und Google spitze bei langfristigen Grünstromverträgen
Weltweit setzen Unternehmen auf PPAs, um ihren Strombedarf mit Klimazielen in Einklang zu bringen

Unser Leben verlagert sich durch die Digitalisierung von Gesellschaften immer mehr ins Internet. Damit steigt auch der Strombedarf von Konzernen wie Google, Facebook oder Amazon. Denn die Rechenzentren dieser Unternehmen verbrauchen große Mengen Strom. Wie der en:former bereits berichtete, stehen Firmen aber gerade wegen ihres Erfolges vor der schwierigen Aufgabe, ihre CO2-Emissionen zu senken. Als Teil der Lösung und um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen, versorgen sich Firmen – nicht nur aus der Digitalbranche – immer häufiger mit klimafreundlichem Strom aus Erneuerbaren mittels langfristiger Lieferverträge, sogenannter PPAs (Power Purchase Agreements).

Einen solchen Vertrag haben erst kürzlich RWE Renewables und Facebook zusammen mit der Tennessee Valley Authority (TVA) unterzeichnet. Die Projektpartner sind eine Kooperation eingegangen, um ein Rechenzentrum in Tennessee ab 2023 mit grünem Strom zu versorgen. Dafür bauen sie eine Solaranlage in Shelby County mit einer Kapazität von 150 Megawatt (MW). Facebook wird 110 MW davon für den Betrieb eines Rechenzentrums nutzen. Ein Konzept, das sich immer weiter durchsetzt. Und so sind im vergangenen Jahr PPAs in nie dagewesenem Umfang abgeschlossen worden, wie ein aktueller Bericht (auf Englisch) der Recherche- und Analyseplattform BloombergNEF (BNEF) zeigt.

Stromlieferverträge weltweit mit Rekordvolumen

Laut dem Report haben Unternehmen im Jahr 2020 weltweit PPA-Verträge mit einem Volumen von 23,7 Gigawatt (GW) unterzeichnet – ein Rekordwert, der fast 20 Prozent über dem von 2019 liegt. Seit dem Jahr 2016 steigt das Volumen der abgeschlossen Verträge kontinuierlich an und hat sich inzwischen fast versechsfacht.

Weltweites PPA-Volumen für Unternehmen, in GW

Quelle: BloombergNEF

Wie die Grafik auch zeigt, gewinnen grüne PPAs international an Bedeutung. Die USA bleiben zwar der mit Abstand größte Markt, sind aber weniger vorherrschend als noch in vorherigen Jahren. US-Unternehmen sicherten sich 2020 über Lieferverträge Erneuerbare-Kapazitäten von 11,9 GW und damit weniger als im Jahr 2019 (14,1 GW). Insbesondere in der ersten Jahreshälfte, die stark von der Pandemie bestimmt war, wurden weniger PPAs unterzeichnet. In der Region Nord-, Süd- und Mittelamerika lag das Volumen insgesamt bei 13,6 GW.

Steigende Bedeutung von PPAs in Europa

Grüne PPAs werden vor allem in Europa immer wichtiger. Laut BNEF-Bericht stieg die Menge der durch PPA gesicherten Kapazität von 2,6 GW auf 7,2 GW im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika (EMEA). Allein in Spanien kündigten Unternehmen PPAs von nicht weniger als 4,2 GW sauberer Energie an, ein gewaltiger Anstieg verglichen mit den 300 Megawatt im Jahr 2019. Solar- und Windprojekte auf der iberischen Halbinsel könnten dank starker natürlicher Ressourcen und erfahrener Projektentwickler zu sehr günstigen und wettbewerbsfähigen Preisen betrieben werden.

Auch in der Region Asien-Pazifik (APAC) sicherten sich Unternehmen ein Rekordvolumen an sauberer Energie – und kündigten Verträge von rund 2,9 GW Solar- und Windenergie an. Taiwan etablierte sich dabei als wichtiger Markt für grüne PPAs mit einem Umfang von 1,25 GW im vergangenen Jahr. Viele Hersteller, die auf der Insel für den internationalen Markt produzieren, wollen ihre Produktion dekarbonisieren, auch weil ihre Kunden das von ihnen verlangen. Ähnliches gilt auch für Südkorea, das laut dem Bericht in Zukunft zu einem wichtigen Markt für grüne PPAs werden wird.

Größten Stromabnehmer mittels PPAs: Amazon vor Google

Die BNEF-Analyse zeigt auch: 2020 haben mehr als 130 Unternehmen aus den verschiedenen Bereichen 2020 PPAs abgeschlossen. Beim Volumen dominieren eindeutig die Tech-Unternehmen. So schloss allein Amazon Einzelverträge über insgesamt 5,1 GW ab. Mit aktuell 7,5 GW liegt das Unternehmen damit auf Platz eins in der Liste der Unternehmen mit dem größten PPA-Volumen seit 2007 und überholt damit den bisherigen Spitzenreiter Google.

Das Interesse an PPAs ist verständlich. Zum einen gehören Technologie- und Internetkonzerne zur Riege der größten Stromverbraucher weltweit: Der Strombedarf von Amazon, Google, Microsoft, Facebook und Apple beträgt dem Bericht zufolge mehr als 45 Terrawattstunden (TWh) pro Jahr – das ist mehr als in ganz Neuseeland jährlich verbraucht wird. Zum anderen haben sich diese Unternehmen – angesichts ihres hohen Energiebedarfs – ambitionierte Klimaziele gesetzt und diese zum Teil sogar noch verschärft.

Konzerne mit größtem Zukauf Erneuerbarer Energien in 2020, in MW

Quelle: BloombergNEF

Der weltweit größte Onlineversandhändler Amazon will zum Beispiel schon 2024 rund 80 Prozent seines Stroms aus regenerativen Quellen beziehen. 2030 will der in Seattle gegründete E-Commerce-Marktführer komplett auf Ökostrom umsteigen. Zehn Jahre später soll das gesamte Unternehmen klimaneutral arbeiten. Google rangiert nun mit insgesamt 6,6 GW zugekaufter Erneuerbarer Energie auf Platz 2. Der weltweit größte Suchmaschinenanbieter hat sich dazu verpflichtet, bis 2030 alle Rechenzentren mit Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkraft, Wind und Sonne zu betreiben. Auf Rang drei folgt Facebook (5,9 GW). Mit dem französischen Öl-Riesen Total (3 GW) landet das erste Unternehmen aus einer anderen Branche auf Platz vier.

PPAs treiben die Energiewende an

Der rasche Zuwachs an Unternehmen, die sich dazu verpflichten, auf grünen Strom zu setzen, ist ein Indikator dafür, welch großes Potenzial dieser Markt hat. Kyle Harrison, Hauptautor der Studie, wagt trotz eines komplizierten Jahres 2020 einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft: „Fast alle Unternehmen sahen sich im vergangenen Jahr mit einer extremen Welle an Widrigkeiten, vor allem enormen Umsatzeinbrüchen, konfrontiert. Nichtsdestotrotz haben sich gleichzeitig über 65 neue Unternehmen im Rahmen der weltweiten ‚RE100-Initiative‘ dazu verpflichtet, auf lange Sicht 100 Prozent ihres Stromverbrauchs mit Erneuerbaren zu decken.“

Inzwischen vereint die Initiative weltweit mehr als 230 einflussreiche Unternehmen. „Mehr als je zuvor haben Unternehmen heute Zugang zu bezahlbarer Erneuerbarer Energie“, so Harrison. Und von PPAs profitieren alle Parteien: In einer zunehmend digitalisierten Welt können Großkonzerne ihren durch Expansion stetig wachsenden Strombedarf mit immer mehr grünem Strom decken. Das fördert im Gegenzug Ausbau und Investitionen in Erneuerbare und trägt dazu bei, die Klimaziele zu erreichen.

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