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Große Lücken in den Ambitionen: Der IEA World Energy Outlook 2021
Lücke zwischen Politik und Zusagen bleibt groß. Auf dem Weg zur Netto-Null sind neue Initiativen notwendig

Viele Beobachter und politische Entscheidungsträger betrachten den im Oktober veröffentlichten World Energy Outlook (WEO) 2021 der Internationalen Energieagentur (IEA) als wichtigen Leitfaden – sowohl zum Verständnis der aktuellen Situation als auch für zukünftige politische Maßnahmen. Der WEO, der erstmals bereits 1977 veröffentlicht wurde, enthält langfristige Prognosen für den Energiesektor. Dabei hat er sich im Laufe der Zeit erheblich weiterentwickelt: Der Schwerpunkt liegt nun nicht mehr allein auf der Versorgungssicherheit und den fossilen Brennstoffen, sondern viel mehr auf den neuen Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt.

Diese läuten nach Ansicht der IEA eine neue Ära ein. In dieser wird Elektrizität, die aus sauberen erneuerbaren Energiequellen – vor allem Wind und Sonnenenergie – gewonnen wird, zur vorherrschenden Form der Energieversorgung.

Der World Energy Outlook gliedert sich in unterschiedliche Szenarien: Eines, das den aktuellen Kurs der Welt widerspiegelt, ein Pfad, der auf der Umsetzung bereits beschlossener politischer Maßnahmen basiert sowie ein weiterer Weg, der auf den Zusagen der Regierungen basiert. Außerdem Teil der Prognose ist das im Mai veröffentlichte Szenario „Netto-Null Emissionen bis 2050“ (Net Zero Emissions by 2050 scenario – NZE)  der IEA, das aufzeigt, was getan werden muss, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Große Lücke zwischen Zusagen und Umsetzung

Das Szenario, in welchem alles wie gehabt passiert ist heute kaum noch eine Überlegung wert – es sind drastische Maßnahmen nötig, um den Klimawandel erfolgreich zu bekämpfen. Laut der IEA bestehen jedoch nach wie vor große Lücken zwischen den beschlossenen politischen Maßnahmen, den Zusagen beim Klimaschutz und dem, was für eine Stabilisierung der globalen Temperaturen tatsächlich erforderlich ist.

Im Szenario der angekündigten Zusagen (Announced Pledges Scenario – APS) würde die Energiewende sehr schnelle Fortschritte machen. Laut dem World Energy Outlook würde sich der jährliche Zubau von Wind- und Solarenergie bis 2030 der Marke von 500 GW pro Jahr annähern, die Ölnachfrage erreiche bereits 2025 ihren Höchststand, der Kohleverbrauch würde bis 2030 um 20 Prozent gegenüber den jüngsten Höchstständen absinken und die globalen energiebezogenen CO2-Emissionen gehen bis 2050 um 40 Prozent zurück.

Die IEA weist dabei jedoch auf einige kritische Vorbehalte hin:

  • Alle angekündigten Zusagen müssten erfolgreich umgesetzt werden, was keineswegs als selbstverständlich angesehen werden kann.
  • Laut diesem Szenario werden die globalen Temperaturen bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich 2,1 Grad Celsius ansteigen, was über die Ziele des Pariser Klimaabkommens hinausgeht.
  • Und die Temperaturen würden sich nicht stabilisieren, weil die Welt keine Netto-Null-Emissionen erreicht.

Darüber hinaus untersucht die IEA in ihrem STEPS-Szenario (Stated Policy Szenario) den Unterschied zwischen den Zusagen der Regierungen und den politischen Maßnahmen. Die Kluft, die sich dabei herausstellt, ist besorgniserregend.

In diesem Szenario würden die enormen Emissionsreduktionen in der Energiewirtschaft durch einen gleichzeitigen Emissionsanstieg in der Industrie, eine insgesamt steigende Energienachfrage und eine immer noch kohlenstoffintensive wirtschaftliche Entwicklung zunichte gemacht. Dadurch wären die jährlichen Treibhausemissionen im Jahr 2050 in etwa genauso hoch wie heute. Die globalen Temperaturen würden bis 2100 um 2,6 Grad Celsius ansteigen und blieben im Aufwärtstrend.

Die Lücke zwischen den aktuell zu beobachteten Maßnahmen und den gemacht Zusagen ist also erheblich. Noch größer ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, wenn man die Maßnahmen mit dem NZE-Pfad vergleicht, der notwendig wäre, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen ist.

Neue Initiativen sind unerlässlich

Zusammenfassend erklärt die IEA: „Die heutigen Zusagen würden nur weniger als 20 Prozent der   Emissionsreduzierung bis 2030 bewirken, die es braucht, um den 1,5 Grad-Pfad in Reichweite zu halten.“ Ein Hauptgrund dafür sind die großen Unterschiede im Tempo der Energiewende in vielen Ländern. Diese sind zum Teil auf unterschiedliche finanzielle und technische Möglichkeiten zurückzuführen. Die IEA unterstreicht den globalen Charakter der Herausforderung und plädiert für einen „kollaborativen globalen Übergang, bei dem niemand zurückgelassen wird.“

Die IEA betont, dass viele Lösungen für den Klimawandel heutzutage sehr kosteneffizient sind. Daher schlagen sie vier Kernmaßnahmen vor, um die Lücke zwischen den derzeitigen Maßnahmen bzw. den Zusagen und den Maßnahmen zu schließen, die zur Stabilisierung des Temperaturanstiegs bis 2050 notwendig sind:

  • ein starker zusätzlicher Anstoß für eine nachhaltige Elektrifizierung
  • eine konsequente Konzentration auf die Energieeffizienz;
  • eine umfassende Initiative zur Verringerung der Methan-Emissionen aus dem Einsatz fossiler Brennstoffe
  • und ein starker Impuls für Innovationen im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Dem zugrunde liegt die Notwendigkeit, öffentliches und privates Kapital für die Umsetzung von Umweltzielen zu mobilisieren. Dazu müssten die jährlichen Investitionen in nachhaltige Energieprojekte und Infrastruktur bis 2030 auf fast vier Billionen US-Dollar ansteigen. Davon werden nach Schätzung der Energieagentur etwa 70 Prozent allein in den Entwicklungsländern benötigt.

Die Kosten fürs Nichtstun seien immens, argumentiert die IEA, und die Möglichkeiten für eine saubere und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung enorm. Viele Länder können schon heute die Vorteile von Wind, Sonne und anderen Erneuerbaren Energien nutzen, um die nachhaltigen Energiesysteme von morgen zu entwickeln und einzusetzen. Aber diese Aufgabe muss gemeinsam angegangen werden, um einen globalen Erfolg zu gewährleisten und Spannungen durch Wettbewerb zwischen den Ländern zu vermeiden, wenn die Energiewende weiter voranschreitet.

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