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Dänemark belegt Spitzenposition im Klimaschutz-Index
Climate Change Performance Index 2022: Skandinavische Länder vor Großbritannien und der EU

Kaum ein Thema hat die Schlagzeilen im Jahr 2021 weltweit so stark dominiert wie der Klimaschutz. Um das 1,5-Grad-Ziel von Paris zu erreichen, hatten bis Ende Oktober 114 Staaten und die EU neue nationale Klimaschutzziele (NDC) verabschiedet. Viele wollen dazu das Tempo in der Energiewende erhöhen. Darunter unter anderem Deutschland, Großbritannien und die USA , die unter Präsident Joe Biden wieder dem Pariser Klimaabkommen beigetreten sind. Doch reichen die Programme der Regierungen aus, um die Treibhausgasemissionen so deutlich zu senken, dass die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzt wird? Zum Teil, sagen die Autoren des „Climate Change Performance Index 2022“. Sie haben die Pläne von 59 Ländern, die für über 90 Prozent der Emissionen verantwortlich sind, und der EU genauer untersucht und ein Leistungs-Ranking erstellt.

Experten von den NGOs Germanwatch, dem New Climate Institute und dem Climate Action Network International haben dazu vier Kategorien untersucht: Emissionen, Erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Klimapolitik. Je mehr Punkte ein Land in jeder Kategorie sammeln konnte, desto höher fällt seine Leistungsbewertung in Bezug auf das Erreichen der Pariser Klimaziele aus. Das Ergebnis: Kein Land erreicht einen „sehr hohen“ Wert, deshalb bleiben die Plätze auf dem Treppchen wie bei der Untersuchung im Vorjahr erneut leer. Dahinter führt Dänemark das Gesamtranking mit 76,92 Punkten an, gefolgt von Schweden und Norwegen. Mit Großbritannien (7.), Indien (10.), Deutschland (13.) und Frankreich (17.) gehören vier G20-Länder zur Gruppe mit einer insgesamt „hohen“ Leistung. Die Bundesrepublik schneidet damit besser ab als in den vergangenen acht Jahren. Und auch die Niederlande waren 2021 auf der Überholspur unterwegs: Sie konnten sich um zehn Positionen verbessern und liegen an 19. Stelle.

Climate Change Performance Index 2022 – Gesamtranking

Quelle: Germanwatch

Die EU hingegen schafft es nur auf Platz 22. Sie verliert damit sechs Plätze im Vergleich zum vergangenen Jahr und erreicht nur noch eine „mittlere“ Bewertung. Grund dafür ist unter anderem, dass Slowenien, die Tschechische Republik, Polen und Ungarn nur „sehr niedrige“ Bewertungen erhalten und zu den Ländern gehören, die am schlechtesten abschneiden. Auch die USA, Russland, Australien und Kanada ordnen sich am unteren Ende der Tabelle ein.  Die Vereinigten Staaten konnten als einziges Land mit einer „sehr niedrigen“ Bewertungen ihr Ergebnis gegenüber dem vergangenen Jahr verbessern und sich sechs Stellen nach vorne schieben. Obwohl Präsident Biden Klimaschutz gezielt angehen möchte, sehen die Experten noch politische Hürden wie Meinungsverschiedenheiten im Kongress. Insgesamt seien die einzelnen Maßnahmen nicht ausreichend, um das Reduktionsziel für 2030 zu erreichen, so ihr Urteil.

Großbritannien: Spitze beim Reduzieren von Emissionen

Auch in der Kategorie Treibhausgasemissionen bleiben die vorderen drei Plätze unbesetzt. Das Feld dahinter führt Großbritannien an. Hier haben vor allem die Emissionsreduktionen im Energiesektor das Ergebnis positiv beeinflusst. Direkt dahinter liegt Schweden als bestes EU-Mitglied. Mit Malta (9.), Dänemark (11.) und Deutschland (15.) erreichen drei weitere eine „hohe“ Bewertung. Am anderen Ende sehen die Experten 16 Staaten mit sehr niedrigen Ambitionen bei der CO2-Einsparung, darunter China, die USA, Australien und Kanada.

Climate Change Performance Index 2022 – Treibhausgasemissionen

Quelle: Germanwatch

Ein ähnliches Bild zeichnet sich beim Ausbau der Erneuerbaren Energien ab. Kein Vorbei gibt es hier an Norwegen. Das skandinavische Land erreicht als bisher einziges die Einstufung „sehr hoch“ für seine Ambitionen. Mit Dänemark, Schweden, Finnland, Lettland und Kroatien befinden sich fünf EU-Staaten unter den Top 10. Die gesamte EU landet mit einer mittleren Bewertung auf Platz 26.

Climate Change Performance Index 2022 – EE-Ausbau

Quelle: Germanwatch

Schlechter schneidet der Staatenbund beim Energieverbrauch ab – dabei reichte es dieses Mal nur für Platz 29. Nur Malta und Griechenland erreichen eine „hohe“ Bewertung. Für Belgien, Luxemburg und Finnland vergeben die Experten sogar nur ein „sehr niedrig“. Genauso wie für sieben G20-Länder. Kanada bildet das Schlusslicht. Ein Grund dafür: Zu Beginn der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 ist der Energieverbrauch weltweit massiv eingebrochen. 2021 ist er wieder deutlich angestiegen. In der Folge haben sich fast alle Staaten im Vergleich zum Vorjahresranking verschlechtert.

Ambitionierte Ziele allein reichen nicht aus

Deutlich zukunftsgerichteter war die Auswertung der letzten Kategorie. Dazu haben die Autoren die nationalen Emissionsreduktionsziele – auch in den einzelnen Sektoren – und die verabschiedeten Maßnahmenpakete für den Weg dahin unter die Lupe genommen. Mit Luxemburg und Dänemark haben zwei EU-Mitgliedsstaaten die ambitioniertesten Pläne unter den 59 untersuchten Ländern. Die Niederlande, Frankreich, Finnland und Schweden gehören ebenfalls zur Spitzengruppe, genauso wie Großbritannien und China. Deutschland und die EU verpassen mit Rang 19 und 20 knapp den Einzug in die Reihe der Top-Performer. Die osteuropäischen Länder sind erneut am hinteren Ende des Feldes zu finden, vor Schlusslicht Australien.

Sollten die Staaten ihre Ziele umsetzen, bliebe das 1,5-Grad-Ziel zumindest in greifbarer Nähe: Das ist das Fazit der Experten. Allerdings unterstreichen sie in ihrem Schlusswort, dass eine vordere Position im Ranking kein Grund zum Ausruhen sei. Generell müsse das Tempo bei Klimaschutz und  Energiewende weltweit deutlich angezogen werden.

Bildnachweis: © shutterstock, Eugene Suslo

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