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US-Auktion für Offshore-Windflächen bricht Rekorde
Areale mit einer Gesamtkapazität von sieben GW in der Nähe von großen US-Städten vergeben

Im Februar 2022 fand die größte Auktion für Flächen für Offshore-Windparks statt, die es bisher in den USA gegeben hat – mit beeindruckenden Ergebnissen: Insgesamt wurden mehr Mittel aufgebracht als bei früheren Offshore-Öl- und Gaspachtverträgen. Für Gebiete mit einer Größe von 488.000 Hektar in der New Yorker Bucht wurden 4,37 Milliarden US-Dollar geboten (Link in English). RWE Renewables hat als Teil des Konsortiums Bight Wind Holdings den Zuschlag für das größte der sechs angebotenen Areale erhalten.

Das Unternehmen schätzt, dass auf dem 126.000-Hektar-Gebiet Windräder mit einer Kapazität von drei Gigawatt (GW) installiert werden können – ein Zehntel der von der US-Regierung bis 2030 angestrebten 30 GW.

Die New Yorker Bucht vor den Küsten der Bundesstaaten New York und New Jersey verspricht großes Potenzial: In den relativ flachen Gewässern mit einer Tiefe von 31 bis 63 Metern ist die ideal für traditionelle Offshore-Windkraftanlagen. Außerdem liegt sie in der Nähe einiger der größten städtischen Küstenzentren der USA: Zwischen 20 und 69 Seemeilen sind es bis zur Küste des Staats New York und 27 und 53 Seemeilen bis New Jersey. Die RWE-Fläche liegt mit am günstigsten und gehört zu den flachsten.

Die Regierung in Washington schätzt konservativ, dass durch die Auktion 5,6 bis sieben GW an grüner Stromerzeugungskapazität entstehen werden. Sie geht von einem Leistungsspektrum von drei MW pro Quadratkilometer aus. Das deutet darauf hin, dass hier das obere Ende der Schätzung realisiert werden kann – wenn nicht sogar mehr.

Pacht-Erfolg zeigt nur die Spitze des Eisbergs

Entwickler nahmen die Auktion der Offshore-Pachtflächen mit großem Enthusiasmus auf. Es handelte sich um die erste in drei Jahren und die erste unter der Biden-Regierung. Und sie zeigte deutlich die Dynamik, die sich im aufstrebenden US-Offshore-Windsektor entwickelt.

Die Erschließung der New Yorker Bucht dürfte nicht nur große Mengen Erneuerbarer Energie liefern, sondern auch starkes Vertrauen für Investitionen in die Lieferkette schaffen. Dadurch könnten tausende neue Arbeitsplätze geschaffen (Link in English) werden: Washington geht von bis zu 80.000 gut bezahlten Arbeitsplätze bis 2030 aus.

Doch hinter den Kulissen gibt es noch viel zu tun. Denn die USA bemühen sich um den Aufbau eines neuen, nachhaltigen Industriesektors. Das Zweiparteien-Infrastrukturgesetz ermöglicht den Bau von tausenden Kilometern an Übertragungsleitungen, die für den Anschluss von Erneuerbaren-Anlagen an das Stromnetz benötigt werden. Das Energieministerium baut darauf weiter auf und hat die Initiative „Building a Better Grid“ (deutsch: „ein besseres Netz aufbauen“) ins Leben gerufen.

Außerdem hat das Verkehrsministerium hat Investitionen in Häfen angekündigt, um die Entwicklung von Offshore-Windgebieten zu unterstützen. Zu den ersten Investitionen gehören ein Zuschuss von 29,5 Millionen US-Dollar für den Hafen von Albany im Bundesstaat New York. Damit sollen freie Flächen entlang des Hudson River für die erste Fertigungs- und Montageanlage für Offshore-Windtürme in den USA erschlossen werden. Ein weiterer Zuschuss in Höhe von 20 Millionen Dollar geht an das Portsmouth Marine Terminal, um Bereitstellungs- und Lagerflächen für Windturbinen-Komponenten zu errichten.

Vorläufige Auktions-Gewinner der Windpachtverträge in der New Yorker Bucht

Quelle: Bureau of Ocean Energy Management (BOEM)

PachtflächeAcresSiegesgebot
OW Ocean Winds East, LLCOCS-A 053771.522 $765.000.000
Attentive Energy, LLCOCS-A 053884.332 $795.000.000
Bight Wind Holdings, LLCOCS-A 0539125.964 $1.100.000.000
Atlantic Shores Offshore Wind Bight, LLCOCS-A 054179.351 $780.000.000
Invenergy Wind Offshore, LLCOCS-A 054283.976 $645.000.000
Mid-Atlantic Offshore Wind, LLCOCS-A 054443.056 $285.000.000

Diese Entwicklungen schließen sich an die Genehmigung der ersten beiden großen Offshore-Windparks in den USA, Vineyard Wind und South Fork Wind an. Für sieben weitere Areale gibt es konkrete Pläne. Bei 16 Offshore-Vorhaben steht die finale Prüfung an. Letztere haben jeweils einen Wert von mehreren Milliarden Dollar und machen gemeinsam bis 2025 eine Kapazität von 22 GW aus.

Im Laufe des Jahres 2022 plant das Bureau of Ocean Management außerdem die Überprüfung von Windenergiegebieten vor der Küste Kaliforniens. Auch die Erkundung des Potenzials im Golf von Mexiko und vor der zentralen Atlantikküste des Landes sowie in Oregon steht an. Zusätzlich soll der Verkauf von Pachtverträgen in der Carolina Bucht und vor der kalifornischen Küste vorangetrieben werden, um den Grundstein für den Ausbau der Offshore-Windenergie über die Ostküste der USA hinaus zu legen.

Projektpipeline übersteigt 30 GW

Derzeit gibt es in den USA nur zwei Offshore-Windparks mit einer Kapazität von 41 MW. Es wird jedoch erwartet, dass 825 MW bis zum Ende 2022 und weitere 1.143 MW bis zum Ende 2023 in Betrieb genommen werden. Die langfristige Projektpipeline ist mittlerweile auf über 30 GW angewachsen. Die Frage ist nun, ob der Bau rechtzeitig abgeschlossen wird, um das Ziel der Regierung für 2030 zu erreichen.

Nach Angaben von S&P Global Market Intelligence sieht die Bilanz wir folgt aus:

  • 932 MW im Bau
  • 104 MW in fortgeschrittener Entwicklung
  • 386 MW angekündigt
  • 318 MW in früher Entwicklungsphase

Die Analyse deutet darauf hin, dass die USA bis 2025 über 4,7 GW Offshore-Windkraftkapazität verfügen könnte und bis Ende 2030 knapp über 30 GW – wobei allerdings fast 10 GW im Jahr 2030 selbst fertiggestellt würden. Das setzt jedoch voraus, dass die Vereinigten Staaten alle geplanten Projekte rechtzeitig fertigstellen, einschließlich der Projekte im Frühstadium, für die noch keine endgültigen Termine bekannt sind.

Geplante Offshore-Windkapazitäten in den USA, in Megawatt (MW)

Quelle: S&P Global Market Intelligence

Doch selbst wenn sich einige dieser Projekte verzögern, steht das Land kurz davor, sich zu einem der dynamischsten Offshore-Windmärkte weltweit zu entwickeln.

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